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Jürgen Küppers zu der Abbrecherquote

Kommentar Jürgen Küppers zu der Abbrecherquote

Vielleicht sollte mal eine Delegation von Bildungspolitikern aus Schleswig-Holstein in den Landkreis Cham in der Oberpfalz, nach Heidelberg oder ins fränkische Ansbach reisen. Sie kämen möglicherweise einem Rätsel auf die Spur.

Denn dort hat man etwas geschafft, wovon die meisten Gemeinden und Kreise im Norden oder Osten der Republik nur träumen können: Mit deutlich unter zwei Prozent gibt es dort die bundesweit niedrigsten Quoten an Schulabbrechern ohne Abschluss. Im Norden bemüht man sich zwar seit Jahren nach Kräften, zumindest die sechs Prozent Bundes-Durchschnittsquote zu erreichen. Vergeblich. In Dithmarschen liegt sie sogar über elf Prozent. Aber warum?

Auch Fachleute haben darauf keine eindeutige Antwort. Sie vermuten zumindest Zusammenhänge großer Abbrecherzahlen mit hohen Arbeitslosenquoten, politischen Weichenstellungen oder vielen Förderschulen, deren Abschlüsse meist nicht als solche zählen. Wer es genau wissen will, muss vor Ort Ursachenforschung betreiben. Wie aufwendig und langwierig das sein kann, zeigt das Beispiel in Kiel. Hier soll ein vor einigen Jahren installiertes Arbeitsbündnis von Schulen, Unternehmen und Arbeitsagentur Aufschluss darüber geben, welche Faktoren Schüler in der Wahl ihrer Abschlüsse oder Ausbildungen leitet. Erste Erkenntnisse gibt es zwar. Aber es wird noch dauern, bis sie zu deutlichen Verbesserungen führen. Positiv ist: Zumindest haben Bildungspolitiker im Norden Handlungsbedarf erkannt.

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Ein Artikel von
Jürgen Küppers
Lokalredaktion Kiel/SH

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Neue Studie
Foto: Laut Studie beendeten 2014 bundesweit fast 47000 Schüler und damit sechs Prozent aller Abgänger ihre Schullaufbahn ohne einen Abschluss.

Knapp zwei Wochen vor dem Ende der Ferien haben neue Zahlen zu Schulabgängern ohne Abschluss im Landeshaus eine bildungspolitische Kontroverse ausgelöst: Schleswig-Holstein hatte mit Berlin 2014 mit einer Quote von acht Prozent die höchste Abbrecherquote unter den westlichen Bundesländern.

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