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Jürgen Küppers zum Dorsch

Kommentar Jürgen Küppers zum Dorsch

Wenn wir vom Klimawandel hören oder lesen, scheint er weit weg zu sein. Zum Beispiel in Afrika, wo extreme Dürre Millionen von Menschen mit dem Hungertod bedroht.

Oder im Südpazifik, wo wahrscheinlich dem Untergang geweihten Fidschi-Inseln das Meerwasser schon jetzt buchstäblich bis zum Hals steht. Aber jetzt müssen wir uns auch im Norden an den beunruhigenden Gedanken gewöhnen: Die Ostsee gehört zu den am meisten bedrohten Meeren dieser Welt, weil sie sich mit am schnellsten erwärmt.

 Die daraus folgenden Kettenreaktionen haben schon jetzt für uns Folgen. Heimischen Fischarten wie dem Dorsch wird es zu warm, seine Futterfische wie zum Beispiel Sprotten sind inzwischen in kältere Gefilde Richtung Finnland geflüchtet. Was die Geomar-Forscher vor ein paar Monaten bei Beprobungen der westlichen Ostsee in ihren Netzen fanden, machte sie fast sprachlos: Dorsche waren entweder total abgemagert oder viel zu früh geschlechtsfreif. Ihr Fazit: Geschieht nichts, könnten Bestände dort schon in den nächsten Jahren zusammenbrechen. Sie fordern: runter mit Dorschfang-Quoten und weniger Kunstdünger auf den Feldern. Doch selbst wenn solche Maßnahmen schnell greifen sollten, wird unser „Hausmeer“ in ein paar Jahrzehnten nicht mehr so sein, wie wir es jetzt (noch) kennen.

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Ein Artikel von
Jürgen Küppers
Lokalredaktion Kiel/SH

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Forscher warnt
Foto: Ist der Dorsch in der Ostsee in einigen Jahrzehnten bereits ausgestorben? Ein Kieler Forscher schlägt Alarm.

Der Klimawandel wird für die heimischen Fischarten in der Ostsee zur Bedrohung. Flunder, Kabeljau oder Dorsch zählen „ganz klar zu den Verlierern“, erklärte der Kieler Meeresökologe Prof. Thorsten Reusch in einem Interview mit den Kieler Nachrichten.

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