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Jürgen Küppers zum Kieler-Woche-Plakat

Kommentar Jürgen Küppers zum Kieler-Woche-Plakat

Kiel hat einen Weltruf zu verteidigen. Dazu gehört nicht nur einer der international renommiertesten Corporate-Design-Wettbewerbe. Dazu gehört auch die Diskussion, die dazu regelmäßig in der Stadt entbrennt.

Kiel. Mag auch Volkes Stimme die Jury-Entscheidungen zu den Siegerentwürfen oft genug mit Häme begleiten („was soll das denn darstellen“, „könnte selbst meine dreijährige Tochter besser“), freut sich die Designer-Szene ungemein über solche wahren Feuerwerke der Entrüstung – oder der Zustimmung, je nachdem. So wie in Kiel über Design gestritten wird, das sei schon etwas Besonderes, sagen die Experten, sogar einzigartig.

Stadtpräsident Hans-Werner Tovar brachte es bei der Vorstellung des neuen KiWo-Plakats für 2017 auf den Punkt: „Die Entwürfe dazu sollten ins Herz der Stadt treffen.“ Das tun sie offenbar regelmäßig. Fast alle Kieler lieben ihre Kieler Woche. Die wollen sie auch bitteschön grafisch ins beste Licht gerückt sehen. Dass das nicht immer funktioniert, liegt in der Natur der (künstlerischen) Sache. Denn die Qualität des Wettbewerbs lebt ja von der Fähigkeit seiner Sieger, Sichtweisen auf ein so traditionsreiches Fest mit neuen Stilmitteln des Designs zu hinterfragen. Das kann, soll, darf nicht allen gefallen. Protest ist eine wunderbare Gelegenheit, über Ästhetik zu streiten, über Geschmack und künstlerische Originalität. Jetzt ist dazu eine neue Runde der Diskussion eröffnet. Das Feuerwerk kann starten. Kiel hat einen Weltruf zu verteidigen.

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Jürgen Küppers
Lokalredaktion Kiel/SH

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