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Jürgen Küppers zum Wohnraum

Kommentar Jürgen Küppers zum Wohnraum

Wenn alle dasselbe wollen, wird’s teuer. Dieses Marktgesetz gilt für begrenzte Rohstoffe ebenso wie für begrenzten Wohnraum. Ja, der (Preis-)Druck auf citynahe Wohnungen im Norden steigt, weil dort alle vom Studenten bis zum Rentner wohnen wollen.

Kiel. Nein, akute Wohnungsnot haben wir im Vergleich zu München, Hamburg oder Frankfurt trotzdem (noch) nicht. Dort sind die Preise so astronomisch, dass sie sich so gut wie keine Krankenschwester, keine Verkäuferin, kein Polizist mehr leisten kann. In Kiel oder Lübeck muss man zwar oft lange suchen. Aber mit Abstrichen bei Lage oder Ausstattung kann es bei Durchschnittsverdienern immerhin noch einigermaßen klappen mit dem Wohnen in der Stadt.

 Komplizierter ist die Lage für Menschen mit wenig Geld, die auf Sozialwohnungen angewiesen sind. Von ihnen sind schon seit Jahren zu wenige entstanden. Jetzt will das Land bis 2021 rund 20.000 neue bauen lassen. Wird nicht gehen, ohne auch Kommunen mehr Geld für Baulanderschließung zu geben, sagen norddeutsche Wohnungsunternehmen. Zudem schreckten hohe Baukosten und niedrige Mieten Investoren ab. Das Land will endgültig entscheiden, wenn im März 2017 die Wohnungsmarktprognose vorliegt. Dann wird vermutlich der Streit über Geld, gesetzliche Entlastungen und Bedarfsprognosen so richtig losgehen. Dann zeigt sich auch, ob alle dasselbe wollen: günstigen Wohnraum für Bedürftige schaffen. Selbst wenn’s teuer wird.

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