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Jürgen Küppers zur Berufsschul-Demo

Kommentar Jürgen Küppers zur Berufsschul-Demo

Es war eine wirklich bemerkenswerte Demonstration, die sich da Donnerstag wie ein riesiger Lindwurm durch die Kieler Straßen wand. Nicht nur, weil mit 2000 Teilnehmern weit mehr kamen als erwartet. Trotz allen Zorns über unhaltbare Zustände an einer Kieler Berufsschule blieb es eine fast fröhliche Veranstaltung ganz ohne Polemik oder gar Hassbekundungen.

Bemerkenswert ist auch der Realismus der Schüler und Lehrer. Sie fordern keine Wunder von der Stadt, die natürlich nicht über Nacht neue Gebäude aus dem Hut zaubern kann. Aber sie fordern endlich Anerkennung ihrer Nöte und nicht – wie bisher geschehen – deren Abwiegelung. Und sie wollen Informationen darüber, wie die größten Missstände in welcher Reihenfolge in Zukunft abgestellt werden können.

Wenn sich jetzt Fraktionen und Verwaltung auf ihre „Leistung“ berufen, mit 105 Millionen Euro Einsatz drei „Leuchttürme“ in der deutschen Berufsschullandschaft errichtet zu haben, muss das in den Ohren der von diesem Aufschwung abgehängten Berufsschüler wie Hohn klingen. Von Anfang an war klar, dass nicht alle drei Kieler Berufsschulen den gleich hohen Standard erhalten (können). Umso wichtiger wäre es gewesen, mit dem RBZ I als größter Schule im Land im Gespräch über Alternativen zu bleiben. Das geschah nicht. Jetzt endlich zeigt die Stadt Gesprächs- und Handlungsbereitschaft, weil die Schüler in die friedliche, aber öffentlichkeitswirksame Offensive gingen. Bemerkenswert im doppelten Sinn des Wortes.

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Jürgen Küppers
Lokalredaktion Kiel/SH

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Kiel
Foto: Etwa 1500 Berufsschüler demonstrieren am Donnerstag in Kiel für bessere Bedingungen an ihren Schulen.

Mit maximal 1500 Teilnehmern hatten die Organisatoren ja gerechnet, dank bestem Wetter und bestens funktionierender Kommunikationswege in sozialen Netzwerken schlossen sich nach Polizeiangaben am Donnerstagmittag dann doch rund 2000 Schüler und Lehrer des Regionalen Berufsbildungszentrums I (RBZ) dem langen Demonstrationszug durch die Innenstadt an.

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