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Klaus Kramer zum G7-Treffen in Lübeck

Kommentar Klaus Kramer zum G7-Treffen in Lübeck

Die EU-Außenbeauftragte Mogherini sprach in Lübeck aus, was viele Menschen in Europa bewegt: Sie sei in dem Glauben aufgewachsen, ein Leben in Frieden führen zu können. Stattdessen erlebe sie Krisen und Kriege. Die Flüchtlingstragödien, die Bürgerkriege in der Ukraine, in Syrien und im Jemen, Ebola in Afrika, die Klimakatastrophe: Niemand in Europa kann so tun, als gehe ihn all das nichts an.

Wer, wenn nicht die reichsten Nationen der Erde, sollte versuchen, den Menschen in diesen Krisen und Kriegen zu helfen: mit Geld, mit Flüchtlingsunterkünften, mit Medikamenten – und mit politischem Druck auf die Putins und Assads dieser Welt. Dafür sind die Außenminister der G7 in Lübeck zusammengekommen. Was sie besprechen und beschließen, gehört in die Öffentlichkeit. Denn Demokratie verkümmert, wenn sie nur in Hinterzimmern gelebt wird. Das passiert schon viel zu häufig.

Das Landeshaus in Kiel beziehungsweise deren Stallwachen, die auch in den Osterferien mal auf sich aufmerksam machen müssen, hat sich am Mittwoch von seiner piefigen Seite gezeigt. Was sind das für Krämerseelen, die angesichts Tausender Toter von Bürgerkriegen, Seuchen und kenternden Flüchtlingsbooten das G7-Treffen infrage stellen, weil Polizisten Überstunden machen? Um nicht missverstanden zu werden: Den Polizisten ist zu verdanken, dass dieser Gipfel insgesamt friedlich verlief. Und den Bürgern sei Dank, wenn sie die Kosten ihres Einsatzes tragen. So viel sollte uns Demokratie wert sein.

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Ein Artikel von
Klaus Kramer
Chefredakteur / Ressortleiter Nachrichten

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G7-Treffen in Lübeck
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