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Klaus Kramer zur griechischen Schuldenkrise

Kommentar Klaus Kramer zur griechischen Schuldenkrise

Die neue griechische Regierung unter Ministerpräsident Tsipras besteht entweder aus unfähigen Amateuren oder besonders abgezockten Spielern. Beide Vorstellungen können die Geldgeber nicht beruhigen. In Brüssel und Berlin ist man entsetzt über die Stümperhaftigkeit, mit der Athen in die Verhandlungen über weitere Kredite der internationalen Gemeinschaft stolpert.

Politik ist bekanntlich die Kunst des Machbaren. Doch was macht man mit einem Verhandlungspartner, der partout nicht liefert, was seit Monaten gefordert wird – und dann auch noch die Gegenseite dafür verantwortlich macht? Tsipras verkündet dreist, Europa könne sich den Rauswurf eines Mitgliedes gar nicht leisten. Die Drohung verfehlt ihre Wirkung nicht. Juncker und Merkel mögen Tsipras das Gespräch nicht verweigern – vielleicht lenkt er ja doch noch ein. Wenn sie sich da mal nicht täuschen. Mit jedem weiteren Tag der ergebnislosen Verhandlungen verstärkt sich der Eindruck, dass man den Griechen am Ende jeden Wunsch erfüllen wird, nur um den großen Knall zu vermeiden.

Gewonnen wäre damit auf Dauer nichts. Die griechischen Sonderlocken würden auch andere EU-Mitglieder gern drehen. Die Reformen, zu denen sich Iren, Spanier, Portugiesen und hoffentlich bald auch Italiener und Franzosen durchringen, verlören ihren Wert. Merkel sollte hart bleiben, will sie Europa wirklich helfen. Und die Unionsabgeordneten sollten ihr das deutlicher als bisher zu verstehen geben.

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Ein Artikel von
Klaus Kramer
Chefredakteur / Ressortleiter Nachrichten

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Finanzen
Der griechische Regierungschef Alexis Tsipras auf der Suche nach einem Kompromiss.

Neuer Anlauf zur Entschärfung der dramatischen griechischen Schuldenkrise: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich in Brüssel mit Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras und mit dem französischen Präsidenten François Holland zu einem Mini-Gipfel verabredet.

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