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Konrad Bockemühl zu Karaseks Verlängerung

Kommentar Konrad Bockemühl zu Karaseks Verlängerung

türlich gibt es gute Gründe für eine gewisse Fluktuation auch an Theaterspitzen. Sie bietet Chancen für neue Sichtweisen und Akzente, neue Programme und Talente. Neue Wege auch, neben dem Stammpublikum neues Publikum zu erreichen.

Aber es gibt ebenso gute Gründe für Kontinuität: Wenn die bisherige Bilanz gute Erfolge vorzuweisen hat, wenn die Chemie stimmt, das Theater solide in der Stadt verankert ist, und es verlässliche Zukunftsperspektiven gibt.

 Daniel Karasek ist seit 2006 Generalintendant in Kiel und kann hier bis zum Rentenalter weiterwirken. Ohne großes Getöse hat er viel bewirkt und genießt in der Stadt hohe Beliebtheit. Allzu große Reibungsflächen gab es nicht. Risikofreude und der Hang zur Provokation mögen bei anderen Intendanten, erst recht Regisseuren, ausgeprägter sein. Das wird sicher nicht von jedem Kritiker geschätzt, der das auffallend mutige Lübecker Theater mehr im Fokus hat.

 In Kiel ist eben kalkuliert-kluges Spektakel statt Spaß am Skandal angesagt, hat der Generalintendant Stadttheater im klassisch besten Sinne zu seinem Ziel erklärt. Dafür agiert er beherzt und mit Gespür auch für das Besondere. Uneitel lässt er seinem Team, eine glückliche Auswahl!, motivierend viel Freiraum. So hat er gute Zahlen erreicht und stetig mehr, gerade junges Publikum gewonnen. Das soll ihm erst mal einer nachmachen. Kein Wunder, dass die Stadt keinen Grund zum Risiko sieht und ihn halten will – zumal das Vorstandstrio jetzt mit einem neuen Kaufmann und 2019 mit einem neuen GMD aufgefrischt wird.

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Konrad Bockemühl
Ressortleiter Kulturredaktion

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