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Konrad Bockemühl zum Masterplan für Gottorf

Kommentar Konrad Bockemühl zum Masterplan für Gottorf

Dass es auf der Schleswiger Schlossinsel Handlungsbedarf gibt, lässt sich auf dem Weg zwischen Jugendstil und Jungsteinzeit nicht mehr verbergen. Hinter barocker Fassade ballen sich unzählige Schätze, die nicht nur entstaubt, sondern auch dringend neu geordnet werden müssen.

Problem erkannt: Im Ideenwettbewerb um den „Masterplan Gottorf 2025“ als Frischzellenkur für die Landesmuseen tauchten mehrfach Ergänzungsbauten auf. Das war keine Vorgabe – aber es macht Sinn. Holzer Kobler Architekturen hat dem Neubau am Ostflügel notwendige Funktionen zugeordnet, die das Schloss nicht vorhalten kann. Die überdies Attraktivität steigern und Wege ebnen, um historische Räume, etwa auf der künftigen „Belle Etage“ für die Kunst, endlich angemessen zu inszenieren.

Das Schloss hat im Laufe der Zeit und oft im Kontext jeweiliger Nutzungen nicht nur vorteilhafte Veränderungen erfahren. Nun kommt ein markanter Neubau für ein zeitgemäßes Museum hinzu. Der neue Blickfang im Kern macht der prägenden Südfassade keine Konkurrenz. Aber der Weg um die Ecke wird sich absehbar lohnen. Weil dieser zum Glück nicht historisierende, aber in Bewusstsein der Historie konzipierte Erweiterungsbau eigenen Charakter hat, sich in seiner Transparenz dennoch unterordnet – und vor allem seine Kernaufgabe erfüllt: Einen neuen, breiten Zugang zur Kultur auf der Schlossinsel zu schaffen. Gut, dass man auf Gottorf die Zeichen der Zeit erkannt hat. Und gut, dass es dafür breite, millionenschwere Unterstützung gibt.

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Ein Artikel von
Konrad Bockemühl
Ressortleiter Kulturredaktion

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Masterplan für Gottorf
Foto: Der kaufmännische Vorstand Guido Wendt, die Architekten Roland Lehnen und Philip Norman Peterson sowie der Leitende Direktor der Landesmuseen auf Schloss Gottorf, Claus von Carnap-Bornheim, mit einem Modell des geplanten Anbaus am Schloss Gottorf vor dessen Ostflügel.

Eigentlich sollte dieser tote Winkel zwischen Süd- und Ostflügel von Schloss Gottorf schon vor mehr als 300 Jahren bebaut werden und einen zweiten Innenhof bilden, sagt Claus von Carnap Bornheim: Friedrich IV., Herzog von Schleswig-Holstein-Gottorf, hatte damals die Idee – die nun ab 2018 zeitgemäß umgesetzt werden soll.

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