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Konrad Bockemühl zum SHMF

Kommentar Konrad Bockemühl zum SHMF

Das Erlebnis Elbphilharmonie war ein Quotenbringer für das 32. SHMF. Es erklärt sicher auch maßgeblich den 2000-fach nachhaltigen Mitgliederzuwachs im Festivalverein. Aber große Musik gab es auch im kleinen Rahmen.

Und die positive Bilanz ist jenseits bald nicht mehr zu steigernder Rekordzahlen anders begründet: Es ist das Konzept, das im Kern klassische Musik in immer wieder neue Kontexte setzt. Das kreativ, mitunter kühn, Spannung erzeugt, mit Elan auch fernes Publikum neugierig macht, für sich und die Musik gewinnt. Ein gewichtiges Pfund des SHMF unter Christian Kuhnt ist neben künstlerischer Qualität die Begeisterungsfähigkeit – der Macher wie des Publikums. Die Basis ist Vertrauen. So viel Vertrauen, dass man im Ravel-Jahr den „Bolero“ nur noch als gefällige Zugabe betrachtet und sich weit mehr auf neue, auch mal unbequeme Klangwelten einlässt. So viel Vertrauen, dass man im Avital-Sommer die Mandoline als klassisches Instrument akzeptiert, weil man sich von einem jungen Vollblutmusiker einfach mitnehmen lässt.

 Vom grandiosen Gesamtkunsterlebnis in der Carlshütte bis zu intimen Momenten, die selbst die widrigen Umstände im Kieler Schloss vergessen lassen: Solche vielseitig anregenden Klang-Erlebnisse müssen stetig befördert werden. Entspannte Rahmenbedingungen, von schnöden Zahlen bis zur herzlichen Atmosphäre, erleichtern freies Denken. Ob Sponsor, Zuschussgeber oder Zuhörer: Man hat den Wert des Festivals erkannt. Da muss man sich mit Blick auf das 33. Jahr ff wenig Sorgen machen.

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Konrad Bockemühl
Ressortleiter Kulturredaktion

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