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Konrad Bockemühl zur Elbphilharmonie

Kommentar Konrad Bockemühl zur Elbphilharmonie

Nach all den, noch gelinde ausgedrückt, Pleiten, Pech und Pannen um die Elbphilharmonie musste es jetzt ein Paukenschlag werden. Der Erwartungsdruck war vor dem ersten Teil der Eröffnung immens – und ist es beim Konzertsaal bis zum 11. Januar immer noch.

Hamburg. Zugleich wuchs die hanseatische Euphorie in den letzten Monaten spürbar, was auch auf die geschickte Vermarktung durch Generalintendant Christoph Lieben-Seutter zurückzuführen sein mag. Und: Das ganze Umfeld machte sich hübsch für die schöne „Elphi“. Die Kaufmannsstadt ist zu einer Kulturstadt gereift: Viele gute Leute an kulturellen Schlüsselpositionen, die Speicherstadt als Weltkulturerbe, eine formidable Kunsthallenaufwertung, ja, auch die Musicals.

Die neue Hamburger Welle wird viel Publikum, auch aus Schleswig-Holstein, an die Elbe spülen. Denn auch wenn das gläserne Top der Elbphilharmonie recht abgehoben und die eine oder andere Zuwegung recht problematisch wirkt, will man ganz nah dran bleiben am Volk – über Preise, Programme und vielfältige Vermittlungsangebote, die im Sockel des spektakulären Gesamtkunstwerkes Raum finden und Schwellenängste nehmen. Hamburg hat sich seinen Gewinn teuer erkauft, aber er wird sich langfristig auszahlen. Perfekt, wenn’s dann auch noch richtig gut klingt.

Aber auch etwas gefährlich – sollte man hierzulande gar zu wenig entgegenzusetzen haben. Qualität dürfte dabei weniger das Problem sein als etwa die Misere um den Kieler Konzertsaal im Schloss oder den Landestheater-Standort Schleswig.

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Konrad Bockemühl
Ressortleiter Kulturredaktion

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Elbphilharmonie-Plaza
Die Plaza der Elbphilharmonie in Hamburg bietet in 27 Metern Höhe einen 360-Grad-Blick über die Hansestadt.

Die eigentliche Eröffnung der neuen Elbphilharmonie, im Volksmund Elphi, in Hamburg ist erst am 11. Januar 2017. Doch auch die Eröffnung der Plaza, der öffentlich zugänglichen Aussichtsplattform, bot bereits ein optisches Ausnahme-Erlebnis.

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