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Konrad Bockemühl zur Schleswiger Theatermisere

Kommentar Konrad Bockemühl zur Schleswiger Theatermisere

Man mag so etwas ja nicht gern hören. Schon gar nicht, wenn man hoch motiviert und ambitioniert tätig war, um seiner Stadt das Theater zu retten und zugleich dem Landestheater eine Hauptschlagader. Aber die Aussage, dass es für die Pläne am Lollfuß kein Geld vom Land und von den Kommunalen Spitzenverbänden gibt, ist nicht neu.

Stets hatte Kulturministerin Anke Spoorendonk das betont, bevor und nachdem eine Schleswiger Ratsmehrheit die vielversprechenden Pläne eines Theatercampus auf dem Hesterberg zurückgewiesen hatte.

Man hörte weg, wohl im Vertrauen auf den Rückhalt, den das Landestheater beim Land genießt. Um so mehr mag die aktuelle Absage geschmerzt haben, die Bürgermeister Christiansen für sein forsches (oder doch eher leichtsinniges?) Handeln aus Kiel, aber auch von privaten Investoren einkassiert hat. Und um so mehr tut das dem Landestheater weh, für das gerade dauerhafte Perspektiven entwickelt werden.

Man kann die Verbitterung aus Schleswig nicht überhören – und zugleich nur hoffen, dass nicht weitere Gesellschafter abspringen. Dann hätte Schleswig dem Landestheater womöglich den Todesstoß versetzt. Nicht ohne Grund betonte Aufsichtsratschef Gilgenast gestern, dass es keine Nachschusspflicht gebe, andere Gesellschafter den drohenden Schleswiger Ausfall also nicht kompensieren müssen. Das ist nun die Herausforderung für das Landestheater. Der Intendant nimmt sie schwungvoll an. Zu einem hohen, aber nicht um jeden Preis. Dabei wäre eigentlich Schleswig in der Pflicht gewesen.

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Ein Artikel von
Konrad Bockemühl
Ressortleiter Kulturredaktion

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Landestheater
Foto: Vergangenes Jahr wurde das Landestheater Schleswig abgerissen.

Neue Sorgen um das Landestheater: Nachdem die ambitionierten Neubaupläne gescheitert sind, hat Bürgermeister Arthur Christiansen Schleswigs Rückzug aus der Landestheater-GmbH angekündigt. Er hatte auf Fördermittel des Landes gesetzt, die ihm jedoch Anfang der Woche erneut verwehrt wurden, Privatinvestoren fand er nicht. Doch das Landestheater gibt sich optimistisch.

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