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Kristian Blasel zum Olympia-Aus für Kiel

Kommentar Kristian Blasel zum Olympia-Aus für Kiel

Auch sprachlich geht es im Sport manchmal etwas rustikaler zu. Aufstehen, Mund abputzen, weitermachen. So heißt es gerne, wenn jemand bitter gestürzt ist und sich nun erst einmal berappeln muss. Seit dem jähen Ende aller Olympia-Träume am Sonntagabend befinden sich Politik, Sport und Wirtschaft der Landeshauptstadt in genau dieser Situation.

Die gute Botschaft ist: Kiel berappelt sich erstaunlich schnell. Die entscheidenden Akteure der Bewerbungs-Initiative sind weit davon entfernt, nun den Kopf in den Sand zu stecken. Der Wille, die Stadt und den Segelstandort Schilksee auch ohne die Millionen-Hilfen aus fremden Töpfen voranzutreiben, ist unverändert groß.

 Die Pleite des Wochenendes könnte sogar noch einen Vorteil haben. Denn im Falle eines Ja in Hamburg wäre dieses Szenario durchaus denkbar gewesen: Hamburg und Kiel berauschen sich am Olympia-Traum, unterliegen jedoch im September 2017 der starken Konkurrenz aus Los Angeles oder Paris. Zwei komplette Jahre wären dann verloren gewesen.

 Nun ist die Stadt sofort gezwungen zu reagieren. Mitreißende Worte und Absichtserklärungen allein werden dabei schnell nicht mehr ausreichen. Um die Flüchtlingsentwicklung abzuwarten, wurde der Haushalt für das Jahr 2016 auf Februar verschoben. Dann wird sich ablesen lassen, ob die verschuldete Stadt ohne Olympia-Gelder in der Lage ist, Investitionsschwerpunkte zu setzen – und den Schilkseer Sanierungsstau Schritt für Schritt aus eigener Kraft aufzulösen.

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Ein Artikel von
Kristian Blasel
Ressortleiter Lokalredaktion/Kiel

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Nach Olympia-Aus
Foto: Relikt der am Sonntag abrupt beendeten Olympia-Kampagne: Dieses Plakat der Klasse 4b der Kieler Hardenbergschule schmückte gestern Abend die „Olympia-Party“ im Haus der Wirtschaft.

Das positive Kieler Olympia-Votum nehmen Politik, Wirtschaft und Sport als Verpflichtung für die Zukunft. Beim „Dankeschön-Abend“ der Feuer und Flamme GmbH betonten IHK-Präsident Klaus-Hinrich Vater und Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD), die entstandenen Kontakte und Verbindungen nutzen zu wollen.

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