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Kristian Blasel zur Atomeinigung

Kommentar Kristian Blasel zur Atomeinigung

Historische Einigung oder Zeugnis westlicher Naivität? Seriös beantworten lässt sich diese entscheidende Frage am Tag nach der Teileinigung von Lausanne noch nicht. Denn der Weg hin zu einem friedlichen und vertrauensvollen Miteinander zwischen dem Iran und dem Westen bleibt lang und steinig.

Dabei würde es nicht einmal ausreichen, wenn alle Beteiligten guten Willens wären. Ob sich der Iran tatsächlich die nächsten 25 Jahre dem vereinbarten System von Beschränkungen und Kontrollen fügt, wird auch von der Lage im Nahen Osten, von den innenpolitischen Machtkämpfen in Teheran und der Kompromissbereitschaft im republikanisch geprägten US-Kongress abhängen.

Immerhin: Irans Präsident bekommt durch den Verhandlungserfolg Rückenwind im Kampf gegen die Hardliner im eigenen Land, die jegliche Annäherung Richtung Westen ablehnen. Der Stopp der Sanktionen könnte der Beginn eines wirtschaftlichen Aufschwungs sein, der die Reformer um Hassan Ruhani stärkt. Könnte. Aber leider ist es auch nicht ausgeschlossen, dass eine neue ökonomische Stärke genutzt wird, um das alte Katz-und-Maus-Spiel mit dem Westen fortzusetzen. Ohne Misstrauen wird es folglich auch künftig nicht gehen. Zumal bislang nur Eckpunkte vereinbart worden sind.

Für Barack Obama jedoch hängt vom Erfolg der Atomeinigung seine gesamte außenpolitische Bilanz ab. Zerplatzt sie, ist auch er auf internationalem Parkett komplett gescheitert. Gelingt dagegen die Annäherung an den Iran, dann ist ihm wirklich Historisches gelungen.

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Ein Artikel von
Kristian Blasel
Ressortleiter Lokalredaktion/Kiel

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