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Kristian Blasel zur „Gorch Fock“

Kommentar Kristian Blasel zur „Gorch Fock“

Es ist ein Sanierungssturm, der die „Gorch Fock“ fast zum Kentern gebracht hätte. Doch unmittelbar vor der offiziellen Entscheidung deutet alles darauf hin, dass die Restlaufzeit von Kiels Wahrzeichen noch einmal verlängert wird.

Kiel. In das Segelschulschiff werden ein weiteres Mal Millionen Euro gepumpt, damit der Marinenachwuchs möglichst rasch wieder dort ausgebildet werden kann, wo dies nach Überzeugung der Experten am besten möglich ist: auf dem 1958 gebauten letzten deutschen Schulschiff. Es ist eine gute Nachricht, nicht nur für Kiel. Denn die „Gorch Fock“ ist der maritime Botschafter der Bundesrepublik, der sich eben nicht wie eine Korvette austauschen lässt.

Grundlage für die heutige Entscheidung dürften aber weniger nostalgische Gefühle sein, sondern simple ökonomische Abwägungen. Auch eine sofortige Stilllegung hätte angesichts der bereits erteilten Aufträge Millionen gekostet. Zusätzlich, und das ist der größte Trumpf der „Gorch-Fock“-Befürworter, würde sich der Ausbildungsnotstand für die Marine um Jahre verlängern.

Gleichwohl hat die laufende Debatte zu einem schleichenden Tabubruch geführt. Es darf, nein es muss jetzt auch in Kiel darüber diskutiert werden, wie eine Marinewelt ohne die alte „Gorch Fock“ aussehen könnte. Ab sofort muss der Zeitplan für ein Nachfolgeschiff vorbereitet werden. Damit die Bark irgendwann ein würdiges Ende bekommt – und die Stadt Kiel eine „Gorch Fock II“, auf die sie ebenso stolz sein darf.

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Ein Artikel von
Kristian Blasel
Ressortleiter Lokalredaktion/Kiel

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Foto: Kann wohl weitersegeln: Die Bundesregierung wird sich offenbar vorerst zur "Gorch Fock" bekennen.

Die „Gorch Fock“ soll allen Unkenrufen zum Trotz instandgesetzt und noch bis 2032 als Segelschulschiff der Marine genutzt werden. Erst danach soll sie ein Neubau ersetzen. So steht es in einer Vorlage, über die Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) am Donnerstag endgültig entscheiden will.

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