19 ° / 12 ° Gewitter

Navigation:
Kristian Blasel zur Kieler Wirtschaft

Kommentar Kristian Blasel zur Kieler Wirtschaft

Wenn die Kieler Opposition den Oberbürgermeister, der ja zugleich Wirtschaftsdezernent ist, ärgern will, geht das eigentlich ziemlich leicht: Sie unterstellt ihm einfach, dass er den Standort Kiel vernachlässigt.

Dann bekommt Ulf Kämpfer, wie zuletzt in der Ratsversammlung, rote Wangen, seine Stimme klingt deutlich genervt, und er wehrt sich mit allem, was ihm argumentativ und rhetorisch zur Verfügung steht. Denn genau das möchte er auf keinen Fall sein: ein OB, der wirtschaftspolitisch versagt.

Nun ist es nach etwas mehr als zwei Jahren Amtszeit viel zu früh, um Kämpfer auch nur ansatzweise ein Versagen auf diesem Gebiet zu attestieren. Sehr wohl hat der OB aber gemerkt, dass er in der Bringschuld ist. Und er fängt an zu liefern: Im Rathaus stockt er den Bereich Wirtschaft personell auf, um Ansiedlungswünsche kümmert sich der Verwaltungschef oftmals persönlich, und mit dem industriepolitischen Dialog wurde eine Plattform geschaffen, die Unternehmen in der Region eine verlässliche Anlaufstation bietet.

Die Beispiele U-Boot-Bau oder Kreuzfahrttourismus, wo die Zahl der Arbeitsplätze in der Region von internationalen Entwicklungen abhängt, zeigen aber, dass der kommunalpolitische Arm nur eine begrenzte Reichweite hat. Ein bisschen Glück braucht auch dieser OB. Umso wichtiger ist es, dass der Branchenmix an der Förde stimmt. Die Beschäftigtenzahl in der IT-Branche ist vor Ort mittlerweile so groß wie die von Marine und Werften zusammen, berichtete der OB stolz. Nun aber gilt es, die Industrie nicht weiter schrumpfen zu lassen. Gelingt Kämpfer dies, wird ihn niemand mehr so schnell ärgern.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Kristian Blasel
Ressortleiter Lokalredaktion/Kiel

Mehr zum Artikel
Standortpolitik
Foto: Nach wie vor gefragt: Gute Schweißer im Schiffbau wie hier bei Thyssen Krupp Marine Systems.

Es war ein hitziger Schlagabtausch, den sich Kooperation und Opposition am Donnerstagabend in der Kieler Ratsversammlung lieferten. Stein des Anstoßes: CDU und FDP warfen Kooperation und Verwaltung vor, sich zu spät um die Wirtschaftspolitik zu kümmern.

  • Kommentare
Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus KN-Kommentare 2/3