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Kristian Blasel zur Polizei in Kiel

Kommentar Kristian Blasel zur Polizei in Kiel

In normalen Zeiten hätte die Umstrukturierung der Polizei in der Landeshauptstadt eine unaufgeregte Sache werden können. Denn der Kieler Polizeichef hat ja grundsätzlich Recht: Manche Stationen werden von den Bürgern kaum genutzt.

Der Personalaufwand für die Bürozeiten ist hoch, ohne dass sich dadurch die Sicherheit in der Stadt erhöht. Es liegt nahe, dies neu zu organisieren.

Nur: Es sind keine normalen Zeiten. Einbrüche in der Nachbarschaft und Terroranschläge in Europa geben immer mehr Bürgern das Gefühl, einer wachsenden Bedrohung ausgesetzt zu sein. Lange konnte mit Statistiken nachgewiesen werden, dass die Menschen objektiv dennoch in relativer Sicherheit leben. Aber spätestens seit den Ereignissen in der Silvesternacht und den jüngsten Steigerungen bei den Wohnungseinbruchszahlen hat diese Argumentation an Überzeugungskraft verloren. Meldungen, wonach es dem Land gleichzeitig nicht gelingt, gefasste Straftäter auszuweisen, erhöhen die Unsicherheit in der Bevölkerung.

In dieser Situation Stationen zu schließen, ist gefährlich. Denn der Schutzmann um die Ecke, so überholt dieses Modell auch für die praktische Arbeit sein mag, gibt den Bürgern zumindest gefühlte Sicherheit. Sollte der Anstieg der Kriminalität nicht gestoppt werden können, wird dies von der Bevölkerung zwangsläufig auch mit der neuen Struktur in Verbindung gebracht. Die Polizei hat sich mit ihren Plänen ungewollt selbst unter Druck gesetzt.

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Ein Artikel von
Kristian Blasel
Ressortleiter Lokalredaktion/Kiel

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Polizei Kiel
Foto: Hauptkommissar Veit Meixelsperger leitet die Station in der Wik. Er denkt, dass dem Bürger durch die Umorganisation nichts weggenommen wird.

Die Plan der Polizei, ihre Dienststellen neu zu organisieren, sorgt in den Stadtteilen für große Unruhe. Besonders in den Quartieren, die von der Schließung betroffen sind, ist die Befürchtung groß, dass die Nähe zum Bürger verloren geht.

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