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Kristiane Backheuer zum Streik

Kommentar Kristiane Backheuer zum Streik

Och nö, nicht schon wieder! Bitte nicht ein neuer Kita-Streik! Der Anblick von Menschenmassen mit Trillerpfeifen und Transparenten sorgte am Donnerstag nicht überall für Verständnis. Aber keine Angst. Dies ist vorerst nur ein Warnstreik im öffentlichen Dienst, und der muss leider sein.

Noch frisch ist zwar die letzte Gewerkschafts-Aktion in Erinnerung, die vier Wochen lang gefühlt die gesamte Kindergartenlandschaft brachliegen ließ. Doch jetzt geht es nicht nur ums Gehalt, sondern auch um ein völlig veraltetes Mammutwerk, das dringend erneuert werden muss. Der Bundes-Angestelltentarifvertrag (BAT) ist ein riesiges Regelwerk, das festlegt, wer wie viel Geld verdient. Vom Bademeister bis zum Lochkartensortierer ist alles dabei. Aber auch kuriose Feinheiten stecken in dem Schriftstück. Beispielsweise wie tief und wie lang ein Kanalarbeiter unter der Erde arbeiten muss, um ein bestimmtes Gehalt zu bekommen.

Eine neue Entgeltordnung, an der seit zehn Jahren gefeilt wird, soll nun den BAT ersetzen und die Gehaltswelt ein bisschen gerechter machen. Berufe, die es schon längst gar nicht mehr gibt, fliegen raus. Und statt der Tieftauchdauer eines Kanalarbeiters zählen künftig Wissen und Erfahrung. Und genau dafür lohnt sich das Säbelrasseln auf der Straße. Von der dringend geforderten Wertschätzung und Anerkennung sind die Mitarbeiter im öffentlichen Dienst dann vielleicht gar nicht mehr so weit entfernt.

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Kristiane Backheuer
Lokalredaktion Kiel/SH

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Foto: Die Gewerkschaften Verdi und GEW haben zu Warnstreiks aufgerufen. In Kiel kamen etwa 1500 Beschäftigte zu einer Kundgebung zusammen.

Tausende Beschäftigte haben sich am Donnerstag in Schleswig-Holstein an einem Warnstreik im öffentlichen Dienst beteiligt. Allein in Kiel zogen rund 1500 Teilnehmer mit Trillerpfeifen und Transparenten durch die Innenstadt.

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