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Kristiane Backheuer zur Pferdesteuer

Kommentar Kristiane Backheuer zur Pferdesteuer

Die geplante Pferdesteuer in Tangstedt zeigt eines überdeutlich: Die Gemeinden überall im Land stehen finanziell mit dem Rücken zur Wand. Sie wissen schlicht nicht mehr, wo sie die Gelder für Kindergärten, Schulen oder den Straßenausbau hernehmen sollen. Also werden sie kreativ.

Tangstedt. Die Suche nach neuen Einnahmequellen nimmt in Tangstedt aber skurrile Formen an. Die Pferdesteuer erscheint absolut willkürlich und ist kaum zu erklären. Das eingenommene Geld fließt nämlich nicht in Reitwege. Das Geld soll einzig und allein dazu dienen, die vielen Löcher im Gemeindehaushalt zu stopfen.

Sollten Tangstedts Gemeindevertreter am Mittwoch die Steuer durchwinken, wäre das ein fatales Signal. Denn es öffnete Tür und Tor, weitere Sportarten und ganz andere, aberwitzige Dinge zu besteuern. Wie wäre es zum Beispiel mit einer Fahrradsteuer? Oder könnte man an Eider oder Treene nicht auch eine Kanusteuer erheben? Oder sollte nicht wieder die Fenstersteuer eingeführt werden? Die gab es bereits im 18. Jahrhundert, und sie betraf vor allem reiche Kaufleute, die sich viele Glasscheiben leisten konnten.

Es wird dringend Zeit, dass die Landesregierung aufwacht. Die Gemeinden gerade auf dem platten Land brauchen mehr Unterstützung. Denn hierher ziehen Menschen mit Kindern. Den teuren Kindergarten aber muss die Kommune vorhalten. Ein großzügiges Albig-Wahlgeschenk von 100 Euro an Eltern hilft da nicht, auf die Kommunalpolitiker wirkt es vielmehr wie eine schallende Ohrfeige.

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Kristiane Backheuer
Lokalredaktion Kiel/SH

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Tangstedt
Foto: Die Reiter in Tangstedt zittern vor der möglichen Pferdesteuer.

Als erste Gemeinde in Schleswig-Holstein wird Tangstedt (Kreis Stormarn) am Mittwoch wahrscheinlich eine Pferdesteuer beschließen. Wegen des erwarteten Zuschauerandrangs wird die Gemeindevertretersitzung in eine Turnhalle verlegt. Die Entscheidung wäre bahnbrechend für den gesamten Norden.

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