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Martin Geist zum überfüllten Haus

Kommentar Martin Geist zum überfüllten Haus

Das Haus im Kirchenweg des Kieler Stadtteils Gaarden ist hoffnungslos überbelegt. Per Anordnung hat die Stadt jetzt eine Reduzierung der Bewohnerzahl auf etwa ein Drittel verfügt. Das signalisiert Entschlossenheit, nicht alle Auswüchse auf dem Wohnungsmarkt hinzunehmen. Doch funktioniert es auch?

Wenn 80 am sozialen Rand stehende Menschen ihre Wohnungen verlassen müssen, bedeutet das mit hoher Wahrscheinlichkeit Obdachlosigkeit. Und die Verpflichtung der Stadt, Unterkünfte bereitzustellen. Der Fall der meist aus Rumänien und Bulgarien stammenden Menschen vom Kirchenweg ist ein typisches Beispiel dafür, wie die große Politik die kommunale Basis im Regen stehen lässt. Freizügigkeit für alle EU-Bürger ist eine schöne Sache. Doch wer so tut, als könne man bulgarische Roma genauso mitlaufen lassen wie dänische oder französische Zuwanderer, handelt verantwortungslos.

Lernfähig und motiviert sind die allermeisten Kirchenweg-Kinder, die in die Grundschule gehen. Sie sprechen oft schon nach kurzer Zeit gut Deutsch. Doch um die Erwachsenen kümmert sich so gut wie kein Mensch. Noch nicht einmal Anspruch auf Sprachkurse gibt es.

Wenn also die EU-Freizügigkeit nicht in Ghettobildung münden soll, müssen massive Anstrengungen zur Integration unternommen werden. Es ist skandalös, dass Brüssel Milliarden für die Subvention der Landwirtschaft ausgibt, aber praktisch nichts tut, um die Folgen der selbstverfügten Niederlassungsfreiheit abzufedern.

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Kiel
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