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Martina Drexler zu den Examensnoten

Kommentar Martina Drexler zu den Examensnoten

Seit Jahren klagen Fachverbände darüber, dass Einser-Abis keine Besonderheit mehr sind. In Berlin hat sich die Zahl der Zeugnisse mit der Spitzennote in den vergangenen zehn Jahren gar vervierzehnfacht.

Dass dieser Trend auch die Hochschulen längst erreicht hat, kann daher nicht verwundern. In ihrer Langzeit-Analyse wiesen die Flensburger Professoren zumindest statistisch nach, wie inflationär Einsen und Zweien für manche Fächer vergeben werden. Zwar konnten sie die Zahlen nicht auf bestimmte Hochschulen oder Bundesländer herunterbrechen, aber die klare Richtung hin zu besseren Examensnoten in ganz Deutschland stimmt bedenklich.

 Sicher muss sich das Bewertungssystem der Zeit anpassen und bestimmte Kompetenzen anders gewichten als früher. Da aber die Zensur nach wie vor als entscheidendes Leistungskriterium gilt, sollten sich Studierende auf eine faire Vergleichbarkeit verlassen können. Das aber scheint nicht der Fall zu sein. Selbst das vernichtende Urteil des Wissenschaftsrates von 2012, wonach die Abschlussnote viel zu stark vom Fach und dem Hochschulstandort abhängt, hat offenbar bis heute an der Notenvergabe kaum etwas verändert. So aber kommt es zum Aufweichen von Bildungsstandards, verlieren Zensuren bei Bewerbungen um eine Stelle an Wertigkeit. Gefragt sind wieder eine differenziertere Benotung und vor allem einheitlichere Bewertungsmaßstäbe.

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Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

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