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Martina Drexler zum Bürgerentscheid für Katzheide

Kommentar Martina Drexler zum Bürgerentscheid für Katzheide

Erst im vergangenen Jahr erlebte Kiel den ersten Bürgerentscheid seiner Geschichte: Nach hoch emotionalen Debatten und Protesten stimmten die Kieler und Kielerinnen nur knapp für die umstrittene Ansiedlung von Möbel Kraft auf einem früheren Kleingartengelände.

Auch die Zukunft von Katzheide rüttelt die Menschen auf, handelt es sich doch hier um eine Freizeitanlage, die viele aus ihrer Kindheit kennen. Dass die Stadt Signale aussendet, das sanierungsbedürftige Katzheide nach der Fertigstellung des Sport- und Freizeitbades an der Hörn zu schließen, hat innerhalb kurzer Zeit – für etliche unerwartet – viele Menschen mobilisiert.

Mit ihren Plänen könnte die Stadt baden gehen. Denn die Zeichen stehen auf Sieg für die Gegner einer Schließung. Innerhalb so kurzer Zeit deutlich mehr Stimmen als nötig für ihr Anliegen im ganzen Stadtgebiet eingesammelt zu haben, spricht für sich. Das neue Zentralbad ist zwar ein sinnvolles Projekt, da es Gästen vielfältige Freizeit- und Sportaktivitäten bieten und marode alte Anlagen ersetzen soll. Doch ein Ersatz für Katzheide als identitätsstiftender Treffpunkt für Familien in einem sozial schwierigen Stadtteil wird es niemals sein können. Während die Ansiedlung des Möbelhauses die Stadt tief spaltete, sind beim Thema Katzheide aber auf beiden Seiten versöhnliche Töne zu hören. Das macht Mut, dass man sich doch noch auf eine kostengünstige Lösung einigen könnte, ohne dass ein weiterer Bürgerentscheid fällig wird.

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Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

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Bürgerentscheid kommt
Foto: Stadtpräsident Hans-Werner Tovar (Mitte) bekommt 11.600 Unterschriften für den Erhalt des Freibades von Andreas Regner, Uwe Hagge, Jens Kramer und Hartmut Jöhnck (von links) überreicht.

Über die Zukunft des Freibades Katzheide werden die Bürger entscheiden. Auch wenn die am Donnerstag beim Stadtpräsidenten Hans-Werner Tovar eingereichten Unterschriften noch nicht gezählt und überprüft sind, so ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass Kiel neben der Frage Ja oder Nein zu Olympia einen weiteren Bürgerentscheid erlebt.

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