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Martina Drexler zum Haushalt von Kiel

Kommentar Martina Drexler zum Haushalt von Kiel

Es ist schon bezeichnend, dass sich eine Stadt wie Kiel auch im Vergleich mit anderen Städten wie etwa Lübeck über ein Defizit von „nur“ 19,3 Millionen Euro freuen kann. Noch vor wenigen Monaten hatten die städtischen Finanzexperten mit einer mehr als doppelt so großen Lücke in der Stadtkasse gerechnet.

Kiel. Sicher spielen die gute Konjunkturlage und niedrige Zinsen, die den Kommunen neue Schulden fast zum Nulltarif ermöglichen, eine nicht unwesentliche Rolle, dass die Stadt trotz ihrer rekordverdächtigen Altschulden positive Entwicklungen verzeichnen kann. Auch ist dieser Haushalt weit entfernt von einem radikalen Befreiungsschlag. Aber die zu erwartenden Finanzhilfen von Bund und Land geben ein wenig Hoffnung auf einen kleinen Gestaltungsspielraum.

Der Blick auf die Städte hat sich zum Glück verändert. Vorbei die Zeiten, als es hieß, sie müssten Personal sparen, obwohl Bund und Länder ihnen immer mehr Aufgaben aufbürden. Denn zu tun gibt es nach wie vor mehr als genug: Integration der Flüchtlinge, Ausbau der Kinderbetreuung, Schaffung neuen Wohnraums für den Bevölkerungszuwachs und Abbau eines immensen Sanierungsstaus bei Straßen und Stadtentwässerung – das sind nur einige Beispiele, die zeigen, dass Kiel auch die nächsten Jahre viel Geld braucht, um den Betrieb am Laufen zu halten. Können die Oberzentren nicht mehr in die Zukunft ihrer Infrastruktur investieren, schadet das der ganzen Region.

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Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

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Foto: Alles in allem ermutigende Zahlen: Kämmerer Wolfgang Röttgers und Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (beide SPD) stellten am Freitag den Kieler Haushalt für das Jahr 2017 vor.

Die Landeshauptstadt erreicht wohl auch in den nächsten Jahren keinen ausgeglichene Haushalt. Die gute Nachricht aber: Die Defizite sollen geringer ausfallen als geplant. Für 2017 ist bei Ausgaben von 991,9 Millionen Euro und Erträgen von 972,6 Millionen ein Defizit von 19,3 Millionen Euro vorgesehen.

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