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Martina Drexler zum "Hempels"-Geburtstag

Kommentar Martina Drexler zum "Hempels"-Geburtstag

Dieses Magazin gibt es nur auf der Straße: „Hempels“, das Sprachrohr für Wohnungslose. Nach 20 Jahren ist das Medium zu einer festen Größe in Schleswig-Holstein geworden – und zu einer sozialen Erfolgsgeschichte.

Für die Verkäufer und Verkäuferinnen ist das monatliche Straßenmagazin längst mehr als eine Zeitung, die ihnen eine Stimme gibt, für ein Zubrot sorgt, Hilfe und Treffpunkte anbietet: Die „Hempels“-Verantwortlichen sprechen von ihrer Familie.

Da aber immer mehr Familienmitglieder bei der Suche nach günstigen Wohnungen scheitern, sehen „Hempels“ und die Diakonie keinen anderen Ausweg mehr, als selbst Unterkünfte zu kaufen. Man kann ihnen nur Glück bei dem Vorhaben wünschen, denn sie müssen viele Stifter finden, bürokratische Hürden sowie zu erwartende Proteste aus der Nachbarschaft bewältigen.

Die Initiative, die einhergeht mit der wichtigen Betreuung der Mieter, kann aber nur ein kleiner Baustein bleiben, um die Wohnungsnot für die Ärmsten unserer Gesellschaft zu lindern. Hier sind Kommunen, Wohnungswirtschaft und Politik gleichermaßen gefordert. Denn es gibt wohl kein stärkeres Indiz dafür, wie weit in Deutschland die Schere zwischen Arm und Reich bereits auseinanderklafft, als wenn immer mehr Menschen auf der Straße leben müssen. Ohne Bleibe auch keine Arbeit. Die Abwärtsspirale ist dann kaum noch zu stoppen.

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Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

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Straßenmagazin
Foto: Kalle (links) gibt täglich Exemplare des Straßenmagazins über den Tresen an die Verkäufer. Mittlerweile ist die Auflage landesweit auf etwa 20 000 gestiegen.

Seit 20 Jahren gilt das Straßenmagazin „Hempels“ als Familie und Sprachrohr für die, die sonst keine Lobby haben: Menschen im Teufelskreis von Armut, ohne festen Wohnsitz und vielen anderen Problemen. In der Wohnsitzbeschaffung wollen die Verantwortlichen jetzt aktiv werden.

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