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Martina Drexler zum Krankenstand

Kommentar Martina Drexler zum Krankenstand

Seit Jahren fallen die hohen Krankenstände in öffentlichen Verwaltungen auf. Sie untermauern, dass in den Rathäusern schon lange ein ähnlich hoher Arbeitsdruck wie in Betrieben herrscht. Ob Ausbau der Kinderbetreuung oder jetzt die Bewältigung der Flüchtlingskrise: Bund und Länder bürden den hoch verschuldeten Kommunen immer mehr Aufgaben auf, die wegen des Spardiktats aber immer weniger Mitarbeiter erledigen sollen.

Die Kommunalpolitik traut sich wiederum nicht, freiwillige Aufgaben zu beschneiden. Diese Rechnung kann nicht aufgehen. Im Gegenteil: Sie könnte am Ende für alle sogar teurer werden. Unter hohen Ausfallzeiten leiden Bürgerservice und Effizienz. Legt eine Grippewelle das Einwohnermeldeamt lahm, bilden sich Warteschlangen und verzögern sich die Anträge auf Ausweise.

 Mit dem Gesundheitsmanagement ist die Stadt Kiel zwar auf dem richtigen Weg. Allerdings nur dann, wenn sie aus der Analyse krank machender Arbeitsbedingungen Konsequenzen zieht und endlich Maßnahmen umsetzt. Schließlich gilt die Vereinbarung schon seit drei Jahren. Die Verwaltung braucht eine kluge, vorausschauende Personalpolitik, vor allem vor dem Hintergrund, dass sie junge Nachfolger für die vielen Beschäftigten braucht, die ab 2017 aus Altersgründen ausscheiden. Der öffentliche Dienst kann zwar als Arbeitgeber mit sicheren Arbeitsplätzen punkten. Ein hoher Krankenstand schreckt dagegen ab.

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Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

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Hoher Krankenstand
Foto: Krank im Bett: In den öffentlichen Verwaltungen nehmen die Fehlzeiten zu.

Der hohe Krankenstand der Stadt Kiel alarmiert die Verantwortlichen im Rathaus. Nach dem jüngsten Personalbericht hat die Stadt Kiel 2014 eine Fehlzeitenquote von 8,88 Prozent erreicht – nach bisher vorliegenden Zahlen der höchste Wert in Schleswig-Holstein. Jeder der 4663 aktiven Beschäftigten fällt damit rein rechnerisch an etwa 26 Tagen im Jahr aus.

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