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Martina Drexler zur Frauen-Union

Kommentar Martina Drexler zur Frauen-Union

Dass Amtsinhaber bei Wiederwahlen Denkzettel kassieren können, gehört zum politischen Geschäft. Aber was bei der Kieler Frauen-Union aus Unzufriedenheit mit der Vorsitzenden abgelaufen ist, fällt dann doch aus dem Rahmen bekannter Rituale.

Vor der Entlastung des Vorstands steht erst einmal eine Aussprache an, die Möglichkeit, seinem Ärger Luft zu machen oder auch die Arbeit zu loben. Keines von beiden ist bei der Jahreshauptversammlung geschehen. Stefanie Rönnau hat danach zwar sicher mit einem Dämpfer gerechnet, jedoch nicht mit einer krachenden Niederlage, weil ja auch keine andere CDU-Frau sie mit einer Bewerbung herausforderte. Deshalb müssen sich die Kritikerinnen schon den Vorwurf gefallen lassen, nicht mit offenen Visier gekämpft zu haben.

 Das ist kein guter, fairer Umgangsstil gerade für eine Organisation, die Frauen zur Mitarbeit in der Politik motivieren soll. Dazu kommt noch, dass es hier nicht um eine gut bezahlte Spitzenposition handelt, sondern um ein Ehrenamt, das Zeit und Kraft raubt.

 Zwar hat die Kieler Frauen-Union die Situation noch für sich retten können, indem die frühere Vorsitzende einsprang und die Leitung wieder übernahm. Ihre Aufgabe wird es sein, den Verband wieder in ruhigeres Fahrwasser zu führen. Männer sollten sich hüten, den überstrapazierten Begriff „Zickenkrieg“ ins Feld zu führen. Der Vorgang zeigt – leider – nur: In der Politik gehen auch Frauen oft ebenso wenig pfleglich miteinander um wie Männer.

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Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

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