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Martina Drexler zur Wohnungsnot

Kommentar Martina Drexler zur Wohnungsnot

Man sollte nicht voreilig das Schreckgespenst großer studentischer Wohnungsnot an die Wand malen. Doch eins ist Fakt: Kaum naht der Vorlesungsbeginn im Sommer- und schlimmer noch zum Wintersemester, muss so mancher wochenlang nach einer halbwegs bezahlbaren Bude suchen.

Da ist es kaum ein Trost, dass die Wartelisten der Studentenheime zwei bis drei Monate nach dem Semesterstart in der Regel leergefegt sind.

 Manches ist hausgemacht, da Studierende so nah wie möglich an der Uni oder in den angesagten Stadtteilen mit vielfältigen Einkaufs- oder Ausgehmöglichkeiten wohnen wollen. Damit konkurrieren sie gerade in Kiel mit jungen Familien, Flüchtlingen und Geringverdienern um den knappen, günstigen Wohnraum.

 Dass die Stadt Kiel deshalb in Eigenregie Häuser mit bezahlbaren Mieten auch für Studierende bauen will, ist ein wichtiger, aber nur kleiner Baustein, um gegenzusteuern. Nötig ist ein Bündel an Maßnahmen. Anfänge sind gemacht, wie etwa mehr Geld vom Land für den Bau und die Erweiterung von Wohnheimen oder die Unterstützung von Projekten wie „Wohnen für Hilfe“. Das zeigt, dass das Thema auf die politische Agenda gerückt ist. Endlich. Schleswig-Holstein braucht dringend mehr öffentlich geförderte Studenten-Wohnheime, um die traurig niedrige Versorgungsquote deutlich zu erhöhen. Aber auch, um den Ruf, attraktive Studienstandorte im Land bieten zu können, zu behalten. Denn wer keine akzeptable Bleibe findet, wandert ab.

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Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

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Versorgungsquote in Kiel
Foto: Das Haus in der Feldstraße 16 soll abgerissen und durch ein Studentenwohnheim ersetzt werden.

Kurz vor Semesterbeginn ertönt seit Jahren dasselbe Klagelied. Die Neulinge, die sich an den Hochschulen eingeschrieben haben, müssen oft wochenlang verzweifelt nach einer Bleibe suchen. Das soll sich ändern.

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