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Michael Kluth zur Legalisierung von Cannabis

Kommentar Michael Kluth zur Legalisierung von Cannabis

Herrje, geht das schon wieder los. Die Diskussion um eine Freigabe von Haschisch und Marihuana hatten wir schon mal. Der Vorstoß der damaligen schleswig-holsteinischen Gesundheitsministerin Heide Moser ist 1997 aus guten Gründen gescheitert.

Also noch einmal: Eine Freigabe von Cannabis-Produkten wäre eine Verharmlosung der Drogen. Sie würde es Eltern erschweren, ihre heranwachsenden Kinder vor den Drogen zu warnen und zu schützen. Sie würde Aufklärungsarbeit konterkarieren. Sie würde die Gefahr, die von Haschisch und Marihuana ausgeht, um nichts verringern. Wer über einen längeren Zeitraum kifft, wird anfällig für härtere Drogen, verliert leichter gesellschaftliche Maßstäbe und allgemeinen Lebensantrieb, schmeißt eher die Schule, die Lehre, den Job, wird schneller zum Sozial- und Straffall, als wer sich vor Drogen fernhält. Das ist – anders als vor 20 Jahren – heute wissenschaftlich untermauert.

Ja, auch von legalen Suchtstoffen wie Nikotin und Alkohol gehen Gefahren aus, vielleicht sogar schlimmere. Aber ist das ein Grund, den Zugang zu weiteren Drogen zu vereinfachen? Nein, anders herum wird ein Schuh draus: Der Zugang zu Alkohol und Zigarretten muss weiter erschwert werden.

Heide Moser hat sich seinerzeit nach langer Debatte letztlich ehrlichen Herzens eines Besseren belehren lassen und ihren Irrweg korrigiert – auch weil sie plötzlich im persönlichen Umfeld von Drogensucht betroffen war, die über Cannabis-Produkte führte. Hoffen wir, dass die heutigen Irrwegbereiter sich auch ohne solche Schicksalsschläge noch besinnen. Herrje, das muss doch alles nicht schon wieder losgehen.

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Michael Kluth
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Freigabe von Cannabis
Foto: In Deutschland verboten: Im US-Bundesstaat Colorado (Foto) blüht der Hanf. Das aus der weiblichen Pflanze gewonnene Harz ist eine psychoaktive Droge, die als Joint geraucht oder etwa als Haschkeks gegessen werden kann. Umstritten ist, ob die Droge harmloser oder gefährlicher ist als Alkohol.

Im Landeshaus ist der Streit über die Freigabe von Cannabis neu entbrannt. Grüne, FDP und Piraten sind dafür, CDU und SPD sprechen sich dagegen aus. Sozialministerium und Suchtexperten warnen davor, die Droge zu verharmlosen. Die Liberalen hatten die Debatte am Wochenende befeuert: Auf ihrem Bundesparteitag forderte die FDP eine Cannabis-Freigabe unter strengen Auflagen.

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