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Michael Kluth zur Pyrotechnik

Kommentar Michael Kluth zur Pyrotechnik

Wolfgang Schwenke ist nicht zu beneiden. Wer geht schon gerne gegen eigene Fans vor? Aber der Geschäftsführer von Holstein Kiel hatte keine Wahl: Er musste ein Stadionverbot aussprechen. Pyrotechnik und Böller im Stadion sind kein Kavaliersdelikt, sondern gefährlicher Unfug, dem rigoros Einhalt geboten werden muss.

Die gesundheitlichen Folgen für mindestens ein Opfer auf der Haupttribüne sind ernst: Knalltrauma, Tinnitus, eine womöglich lebenslange Beeinträchtigung. Da hört der Spaß auf.

Wenn die Täter nicht einzeln zu identifizieren, aber klar der „Sektion Spielsucht“ zuzuordnen sind, dann muss die ganze Gruppierung isoliert und sanktioniert werden. Was bleibt sonst übrig? Die Sippenhaftung ist zwar mit rechtsstaatlichen Grundsätzen gewiss nicht ohne Weiteres vereinbar – mit Holsteins Hausrecht aber schon. Es ist unvermeidlich und richtig, dass Schwenke davon Gebrauch macht. Und es ist ärgerlich, dass er davon Gebrauch machen muss. Es ist den Mitwissern ja unbenommen, die Täter zu benennen, wenn die schon nicht selbst die Courage haben, sich zu bekennen.

Die einschlägigen Reaktionen aus der sogenannten Fanszene haben nicht lange auf sich warten lassen. Sie reichen von Solidaritätsbekundungen für die „Sektion Spielsucht“ über Boykottaufrufe bis hin zu „Schwenke-raus“-Rufen. Da spricht die blanke Unvernunft. Wolfgang Schwenke sollte – und wird – sich davon nicht beirren lassen. Aber er ist nicht zu beneiden.

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Michael Kluth
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Die KSV Holstein spricht nach den Vorfällen beim Heimspiel gegen den VfL Osnabrück ein Stadionverbot für die „Sektion Spielsucht“ aus.

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