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Niklas Schomburg zur Handball-WM

Kommentar Niklas Schomburg zur Handball-WM

Stellen Sie sich vor, es ist WM – und keiner guckt zu. Schon 2015 nur im Pay-TV zu sehen, verschwand die Handball-Weltmeisterschaft in diesem Jahr völlig von der deutschen Mattscheibe. Und allen, die nicht auf die Notlösung Livestream zurückgriffen, entging damit einiges.

Das Turnier bot sportliche Unterhaltung auf höchstem Niveau. Frankreich erlebte mit dem Titelgewinn ein Wintermärchen Marke Deutschland 2007, die Goldene Generation um die Ex-Kieler Thierry Omeyer, Nikola Karabatic und Daniel Narcisse feierte am Sonntagabend ihr möglicherweise letztes großes Hurra. Norwegen und Schweden zeigten, dass mit ihnen in der Zukunft zu rechnen sein wird, Slowenien gewann die erste WM-Medaille seiner Geschichte. Nur das sang- und klanglose Achtelfinal-Aus des deutschen Teams passte irgendwie nicht ins Bild. Dennoch: Diese WM hatte viele Höhepunkte.

 Getragen wurde die Équipe tricolore von den Handball-Fans im ganzen Land. Volle Hallen, tolle Stimmung, traumhafte Quoten im französischen Fernsehen. Mehr als 28000 Menschen sahen die K.o.-Spiele der Équipe im Fußballstadion von Lille, feierten eine einzige große Party. Die Organisatoren ernteten viel Lob, Frankreich war ein fast perfekter Gastgeber. Der DHB und alle anderen Beteiligten werden sich bei der Organisation von Frauen-WM im diesjährigen Dezember und Männer WM 2019 daran messen lassen müssen. Und haben schon jetzt einen ersten klaren Auftrag: Bringt den Handball ins Fernsehen zurück! Dann klappt’s auch mit Titel.

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33:26 (18:17) gegen Norwegen
Foto: Nikola Karabatic (oben) aus Frankreich in Aktion.

Frankreich ist zum sechsten Mal Handball-Weltmeister. Der Gastgeber setzte sich am Sonntag im Finale der Heim-WM gegen Norwegen mit 33:26 (18:17) durch. Vor 15 609 Zuschauern in Paris war Nikola Karabatic mit sechs Toren bester Werfer.

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