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Niklas Wieczorek zur Obdachlosigkeit

Kommentar Niklas Wieczorek zur Obdachlosigkeit

Was ist bloß los in unserer Welt, in unserem Land? Die deutsche Wirtschaft prosperiert, an allen Ecken und Enden wird Geld verdient – Wirtschaftskrise und Eurokrise sind aus den Gedanken längst verschwunden – und doch geht es immer mehr Menschen immer dreckiger.

52000 leben in Deutschland komplett auf der Straße, 860000 haben keine feste Unterkunft, seit 2014 ein Anstieg um 150 Prozent. In Kiel sieht die Entwicklung ähnlich dramatisch aus. Das darf nicht sein.

 Wir alle tragen eine Verantwortung, dass es den Schwächsten unserer Gesellschaft nicht immer schlechter geht. Unsere Hilfsmöglichkeiten für Obdachlose sind dafür ein gutes Beispiel: Initiativen kümmern sich, aber sie brauchen Geld und Personal, Unterkünfte werden knapp, und sie sind noch nicht einmal ein Ausweg von der Straße. Die Gründe für Obdachlosigkeit sind oft vielschichtig, die Probleme, die vor der Rückkehr in ein geregeltes Leben gelöst werden müssen, sind es daher auch.

 Genauso wie eine gewisse Zahl der Obdachlosen überzeugt auf der Straße lebt, kann niemand gezwungen werden, ihnen zu helfen – Geld oder Essen zu spenden. Doch wir sollten uns alle fragen, ob wir uns in einer Situation, vor der vieles im Leben schief gelaufen ist, nicht über ehrliche Hilfe freuen würden? Wie viel Euro investieren wir in Glühwein, statt sie in den Sammelbecher der Obdachlosen zu werfen? Und dann sagen wir abfällig: „Davon würde ja eh nur Alkohol gekauft.“ Diese Arroganz entlarvt uns.

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