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Oliver Stenzel zur Jazz Baltica

Kommentar Oliver Stenzel zur Jazz Baltica

Als er 2012 das erste von ihm verantwortete Jazz-Baltica-Programm vorstellte, betonte Nils Landgren, dass sein Plan stets darin bestehe, keinen Plan zu haben. Nach dem vierten Festivalwochenende unter seiner Leitung lässt sich sagen, dass dieses Statement ebenso richtig wie falsch war.

Denn natürlich hat sich der Schwede sehr genau überlegt, wie er an der Ostsee die harmonische Stimmung kreieren kann, die sowohl die Künstler als auch die Gäste von Jazz Baltica zu schätzen wissen. Klug hat er das Areal der Evers-Werft durchmessen, auf dem auch in diesem Jahr an den drei Festivaltagen fast immer und überall etwas los war. Der Zuspruchsrekord von 13.000 Besuchern zeigt dabei, dass sich im Laufe der Zeit viele Zufallsgäste in zahlende Festivalfans verwandelt haben. Dass Landgren als bestens vernetztem Musiker überdies stimmige Programme gelingen, rundet das sympathische Profil des Festivals ab.

Aber es könnte noch geschärft werden. Denn dass man in diesem Jahr extrem viele alte Bekannte des Festivals auf der Bühne wiedersehen und -hören konnte, sorgte zwar einerseits für eine familiäre Atmosphäre. Andererseits gibt es sowohl in Skandinavien wie auch in Deutschland so viele hochinteressante Jazzmusiker, dass man sich über die hohe Quote von Wiederholungstätern wundern muss. Fast gänzlich außen vor bleiben derzeit zudem Musiker aus osteuropäischen Ländern. In diesem Sinne möchte man Nils Landgren den Tipp geben, das nächste Mal den Blick auf eine Karte des Baltischen Meeres zu werfen. Und das persönliche Adressbuch dafür links liegen zu lassen.

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25. Jazz Baltica als Dancenight

Wer am Sonntagnachmittag in der großen Niendorfer Konzerthalle die Augen schließt, dem können die alten Zeiten von Jazz Baltica in den Sinn kommen. Zwar stehen hier keine blutjungen Musikhochschulabsolventen aus New York auf der Bühne, die in Salzau zeitweilig zu den Stammgästen zählten.

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25. Jazz Baltica
Etwas weniger Show hätte nicht geschadet: Jazz-Sängerin China Moses.

Ein emsig radelnder Posaunist, eine singende Kontrabassistin, eine fesselnde Großstadt-Jazzsymphonie, eine stimmgewaltige Shouterin und ein forderndes nächtliches Klanglabor. Er hatte fraglos seine Facetten, der Sonnabend der 25. Jazz Baltica am Niendorfer Hafen. Rund 13000 Jazz-Fans kamen insgesamt, bescherten dem Festival zum Silbernen ein Rekorderlebnis und sparten nicht mit Beifall.

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