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Patrick Tiede zu Habecks politischer Zukunft

Kommentar Patrick Tiede zu Habecks politischer Zukunft

Noch zehn Tage. Dann ist Grünen-Landesparteitag in Lübeck, und Robert Habeck könnte, dürfte und sollte sich endlich erklären, wie es mit ihm politisch nach 2017 weitergeht. Für die Grünen im Land müssen es gefühlte zehn Wochen sein.

Zu lange schon hält sie ihr prominentester Vormann hin. Und folglich wird der Unmut in der Partei immer größer: Viele weitere Karrieren und Korrekturen sind von Habecks Werdegang abhängig. Setzt er sich in den Bund ab, gerät der ganze grüne Apparat von Kiel bis Berlin in Bewegung.

Keine Frage: Der Vize-Regierungschef hat grundsätzlich das Zeug für noch höhere Weihen. Er ist einer, der grüne Politik entwickeln, verkörpern, kommunizieren und praktizieren kann wie nur wenige andere in der Partei. Der auch internes Lagerdenken überwinden kann, ohne beliebig zu werden. Und gleichzeitig Brücken in andere politische Richtungen schlägt. Genau dieser Qualitäten ist sich Habeck sehr bewusst. Und genau das ist das Problem. Es hat zu einer gewissen strategischen Sorglosigkeit und auch Überschätzung seiner selbst geführt.

Abzulesen ist das daran, dass der Minister es in Kauf nimmt, dass die Partei mitten in der Legislatur eine völlig unnötige Personaldebatte führt. Und auch daran, dass er versucht, mit schwammigen Erklärungen das Feld zu befrieden. Am schwersten aber wiegt der Vorwurf, letztlich die gesamte Partei als Geisel für persönliche Karrierepläne zu nehmen. Das muss Habeck beim Showdown in Lübeck ausräumen. Und noch einiges mehr.

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Ein Artikel von
Patrick Tiede
Redaktion Lokales Kiel/SH - Landeshaus-Korrespondent

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