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Patrick Tiede zum Weiterbau der A20

Kommentar Patrick Tiede zum Weiterbau der A20

Ein großer Schritt für die Fledermaus, ein kleiner Schritt für die A20: Das Ergebnis des umfangreichen Monitorings rund um den Segeberger Kalkberg eröffnet eine Lebensperspektive für Tier und Trasse. Die rund 25.000 Fledermäuse werden sich mit dem Betonband in ihrer Nachbarschaft wohl arrangieren können, so wie der gemeine Autofahrer mit einem leichten Druck auf das Bremspedal ihrer Anwesenheit temporär mehr oder minder freiwillig Tribut zollen mag: Hauptsache Autobahn.

Es hätte auch anders kommen können: Wären die Gutachter im Fall von Microchiroptera zu einer ernsthaften Schnellstraßenunverträglichkeit gekommen, hätte sich der A20-Bau weiter verzögert. Wenn nicht mehr: Die Zahl der Alternativrouten ist überschaubar.

Ist das alles ein Possenspiel? CDU und FDP stellen es so dar. Und fordern schnelle Planung und schnelles Geld für schnellen Beton. Bei den Grünen ist es andersherum. SPD, SSW und Piraten sind irgendwo dazwischen. Die Behörden arbeiten stoisch weiter. Und die Justiz hat ein wachsames Auge auf das Treiben. Was nach Stillstand aussieht, ist letztlich ein zähes Ringen um Fortschritt unter Beachtung möglicher Risiken und Nebenwirkungen. Und das ist kein schlechter Weg. „Gründlichkeit geht vor Schnelligkeit“ ist eine taugliche Faustformel für Infrastruktur-Großprojekte. Die fertige A20 wird Jahrzehnte bestehen. Da kommt es auf ein paar Monate mehr am Anfang nicht an.

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Patrick Tiede
Redaktion Lokales Kiel/SH - Landeshaus-Korrespondent

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Foto: Die geplante Trassenführung der A 20 im Raum Bad Segeberg gefährdet die in der Kalkberghöhle überwinternden Fledermäuse nicht.

Die Fledermäuse in der Kalkberghöhle stehen einem Weiterbau der A20 bei Bad Segeberg nach Angaben des Verkehrsministeriums nicht im Wege. „Eine fledermausfreundliche Gestaltung der A20 ist möglich“, sagte Verkehrs-Staatssekretär Frank Nägele am Freitag.

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