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Paul Wagner zum Umgang mit dem Wolf

Kommentar Paul Wagner zum Umgang mit dem Wolf

Der Jäger ist zurück, und seit einigen Jahren ringen die Menschen in Schleswig-Holstein um den richtigen Umgang mit dem Wolf. Die Gründe für die Konflikte sind klar: Zwei Kreaturen am oberen Ende der Nahrungskette konkurrieren um denselben Raum, dieselbe Beute. Einzig die Flinte stellt die Hierarchie klar.

Auch wenn die Zahl der tatsächlichen Übergriffe von Wölfen auf Menschen europaweit sehr gering ist, weckt dieses Tier Ängste. Tierbesitzer – neben Schafhaltern sind dies auch die Pferdezüchter – haben berechtigte Sorgen um ihre Zuchten. Die Bilder von 52 zerfleischten Schafen, die vor wenigen Wochen durch die Medien gingen, führen uns vor Augen, wozu ein nahezu perfekter Jäger in freier Wildbahn fähig ist.

Das Umweltministerium mit dem Grünen Habeck an der Spitze tut gut daran, das Wolfsmanagement neu aufzustellen und alle Beteiligten mitzunehmen. Mehr Geld und ein runder Tisch sind ein Anfang – klare Regeln für den Umgang mit Problemwölfen und volle Entschädigungen für betroffene Nutztierhalter müssen folgen.

Die Rückkehr eines Raubtieres mitten hinein in eine dicht besiedelte Kulturlandschaft ist oft romantisiert worden. Die Wolfsfrage zeigt: Viel zu lange wurden die Interessen von Landwirtschaft und Naturschutz gegeneinander ausgespielt. Viel zu lange wurden falsche Fährten gelegt, Zwischenfälle heruntergespielt, Szenarien dramatisiert. Gerade noch rechtzeitig kommt mit der neuen Initiative zum Umgang mit dem Wolf in Schleswig-Holstein Sachlichkeit in die Debatte.

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Ein Artikel von
Paul Wagner
Redaktion Lokales Kiel/SH

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