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Paul Wagner zur Sanierung des Kanaltunnels

Kommentar Paul Wagner zur Sanierung des Kanaltunnels

Noch im Februar flog ein Staatssekretär aus dem Bundesverkehrsministerium im Rendsburger Kreishaus ein, um den Menschen in der Provinz persönlich zu zeigen, wie ernst man die Sanierung des Kanaltunnels im fernen Berlin nimmt. Jetzt wisse man genau, wie lange es noch dauert. Punkt.

Nur drei Monate später zieht die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes als Bauherrin die Notbremse und dehnt die angekündigte Zeitschiene um zwei Jahre nach hinten. Schon wieder. Auch ein mehrmonatiger Stillstand auf der Baustelle scheint jetzt nicht mehr ausgeschlossen. Und nebenbei: Die Kosten könnten sich am Ende gar auf 50 Millionen Euro gegenüber dem ersten Plan verdoppeln.

Was für ein Desaster. Damit kann sich das vermeintlich überschaubare Kanaltunnel-Projekt allmählich in die Liste der versemmelten Großbauwerke der Bundesrepublik des 21. Jahrhunderts einreihen. Zusammen mit einem Berliner Flughafen oder einem Hamburger Konzertsaal.

Für Probleme mit der Bausubstanz eines alten Bauwerks haben die meisten Menschen, auch die Berufspendler aus dem Großraum Rendsburg, noch Verständnis – für ständig neue Versprechen zu Fertigstellungsterminen nicht. Dieses Vorgehen lässt böse Befürchtungen aufkommen, wenn es schon in wenigen Jahren an ein anderes marodes und stark befahrenes Problemkind des Nordens geht: die Rader Autobahnhochbrücke.

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Paul Wagner
Redaktion Lokales Kiel/SH

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Rendsburger Kanaltunnel
Foto: Die komplette Sanierung des Rendsburger Kanaltunnels könnte sich bis 2018 hinziehen.

Ein Ende der Geduldsprobe ist für Autofahrer am Rendsburger Kanaltunnel vorerst nicht in Sicht, eine kurze Pause offenbar schon: Wie die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) in Kiel bestätigte, ist mit einer Freigabe der Oströhre erst Mitte Februar 2016 zu rechnen.

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