17 ° / 13 ° wolkig

Navigation:
Stephan Ures zum Angriff in Oersdorf

Kommentar Stephan Ures zum Angriff in Oersdorf

Kommunalpolitik gehört zu den Freizeitbeschäftigungen, in denen einem der Dank nicht hinterherschleicht. Zahllose Sitzungen, komplizierte Sachlagen, Themen wie die Flüchtlingskrise, die vor Ort bewältigt werden müssen, nicht nur in Kabinettssitzungen.

Und für all das wird man oft noch von Leuten beschimpft, denen Beschlüsse – mitunter aus nachvollziehbaren Gründen – nicht passen.

Was dem Bürgermeister von Oersdorf jetzt passiert ist, hat eine ganz andere Kragenweite. Zur Bewusstlosigkeit niedergeschlagen zu werden, praktisch in Sichtweite zu Polizisten, die den Sitzungsort bewachen – da offenbart sich nicht nur Hass, sondern auch erhebliche Unverfrorenheit. Seit Monaten verschickt ein Unbekannter Drohbriefe. Es gab sicherlich die Hoffnung, dass es ein zu großer Schritt sei von markigen Tönen auf Papier zu wirklich ausgeübter Gewalt. War es nicht.

Das Groteske, ja Unverständliche: Der Umbau eines früheren Bauernhofes zur Flüchtlingsunterkunft, auf den in den Pamphleten immer wieder Bezug genommen wird, ist seit Monaten nicht mehr beabsichtigt. Selbst wer keine Zeitung liest, aber sich in dieses Thema dermaßen verrannt hat, muss das doch mitbekommen haben, in einem Ort mit gut 800 Einwohnern, in dem diese Vorkommnisse seit Wochen Gesprächsthema Nummer eins sind.

Was ist da los in Oersdorf? Beängstigend. Und rätselhaft.

Von Stephan Ures

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Nach Attacke gegen Bürgermeister
Foto: Wilfried Mündlein, der ehemalige Bürgermeister der Gemeinde Oersdorf (Kreis Segeberg), zeigt vor dem Gemeindehaus eine ausgedruckte Droh-Email.

Nach der Attacke auf Bürgermeister Joachim Kebschull hat die Gemeinde Oersdorf (Kreis Segeberg) eine weitere Drohung per E-Mail erhalten. „Wer jetzt noch immer nicht hören will, wird bestimmt lieber fühlen“, heißt es in einem Schreiben.

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus KN-Kommentare 2/3