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Sven Detlefsen zum Erstaufnahme-Konzept

Kommentar Sven Detlefsen zum Erstaufnahme-Konzept

Schießt da deutsche Gründlichkeit deutlich übers Ziel hinaus? Die Frage drängt sich angesichts der aktuellen Belegungszahlen in den Erstaufnahmen für Flüchtlinge auf.

Nicht mal die Hälfte der Plätze ist derzeit belegt – und dann sollen die Kapazitäten in Rendsburg auch noch ausgeweitet werden. Gleichzeitig haben die Kommunen ihre Hausaufgaben gemacht und warten auf die Zuweisung von Asylbewerbern, für die sie Wohnraum beschafft haben, der jetzt aber leer steht.

Der Flüchtlingsstrom lässt sich aber auch nicht planen wie der Ansturm auf die Sylter Hotelbetten zu Ostern. Die Probleme auf der derzeit geschlossenen Balkanroute sind noch frisch. Weit vorher haben das Land, die Kreise und Gemeinden mit Blick auf den Ansturm von hilfsbedürftigen Menschen im vergangenen Sommer die Bereitstellung von Aufnahmekapazitäten und Wohnraum angeleiert. Das war richtig und lässt sich jetzt tagesaktuell nicht einfach zurückdrehen. Was wohl auch ein Fehler wäre. In Griechenland sitzen zehntausende Flüchtlinge fest, früher oder später werden einige von ihnen zu uns kommen.

Das neue Erstaufnahme-Konzept, zu dem auch Rendsburg gehört, lässt allerdings hoffen. Rund 50 Bundesbeamte sollen dort für beschleunigte Anerkennung oder Ablehnung von Asylanträgen sorgen. Auch in Neumünster und Glückstadt ist das vorgesehen. Die Bürokratie geht zu den Betroffenen, da hat man wohl aus Erfahrung gelernt.

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Ein Artikel von
Sven Detlefsen
Ressortleiter Holsteiner Zeitung

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Flüchtlinge
Foto: Rüdiger Smal vom Landespolizeiamt (links) bespricht mit Einrichtungsleiter Ove von Dohlen den Umbau der Turnhalle zur Mensa.

Flüchtlinge sollen ab 18. April die neue Erstaufnahme in Rendsburg beziehen. Das teilte das Innenministerium mit. Bereits eine Woche vorher, am 11. April, soll die Einrichtung technisch abgenommen werden. Trotz sinkender Flüchtlingszahlen hält das Ministerium am Standort fest. Es gibt einen langfristigen Pachtvertrag.

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