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Sven Hornung zu Dorschfischern

Kommentar Sven Hornung zu Dorschfischern

Der Dorsch ist das Sorgenkind der Ostsee. Die Gründe sind vielschichtig: falsche Berechnungen, Einfluss des Salzwassergehalts und eine Quote, die entgegen der wissenschaftlichen Erkenntnisse seit Jahren zu hoch angesetzt wurde. Aktuell können nur zwei, drei Dorschjahrgänge befischt werden, über fünf sollten es eigentlich sein.

Kiel. Der Runde Tisch über die Zukunft der Ostseefischerei war deshalb dringend erforderlich, um in einem ersten Schritt darüber nachzudenken, wie eine nachhaltige, profitable und sichere Fischerei künftig aussehen sollte. Umweltverbände werden sicherlich alles andere als erfreut über die neuerlichen Subventionen reagieren. Sie sind aber in der aktuellen Situation unausweichlich.

 Die Umverteilung der Quoten wäre ein weiterer wichtiger Schritt. Fischarten wie Hering oder Plattfisch geht es nämlich richtig gut, die gesamte deutsche Dorschquote könnte somit nur noch als Beifang verwendet werden. Größere Kutter sollten in die Nordsee ausweichen. Das wird zwar die Verluste der Fischer nicht ausgleichen, aber es ist Teil einer Übergangslösung.

 Dass die Freizeitangler möglicherweise mehr Dorsch aus der Ostsee entnehmen dürfen als die Berufsfischer, birgt weiteres Konfliktpotenzial. Positiv ist, dass alle Beteiligten jetzt an einem Strang ziehen wollen. Das war nicht immer so. Es bleibt ihnen aber auch nichts anderes übrig, denn die Sorgen der Fischer waren nie so groß.

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Sven Hornung
Redakteur für besondere Aufgaben

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Viele Fischer im Land bangen um ihre Existenz, weil die Fangmenge für den Dorsch 2017 drastisch gekürzt werden soll. Jetzt stellte das Bundesministerium für Landwirtschaft eine Abwrackprämie und vier Millionen Euro in Aussicht, um die Betriebe durch das Krisenjahr 2017 zu führen.

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