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Tamo Schwarz zu Andreas Wolffs Wechsel

Kommentar Tamo Schwarz zu Andreas Wolffs Wechsel

Die Ehe zwischen dem THW Kiel und Torwart Andreas Wolff wird als riesiges Missverständnis in die Vereinsannalen eingehen.

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Mitten in der schlimmsten Vereinskrise der letzten 15 Jahre reist Andreas Wolff nach Warschau und verkündet dort seine Zukunftspläne beim polnischen Meister KS Vive Kielce.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel. Zugegeben, der 26-Jährige ist mit dem Gewinn des EM-Titels 2016 zum Gesicht des deutschen Handballs emporgestiegen, konnte seinen Marktwert um ein Vielfaches steigern. Demütiger ist er seither nicht geworden.

Zuerst inszenierte Wolff im Sommer – im ersten Jahr beim Rekordmeister, gekommen aus dem Wetzlarer Mittelmaß, zudem an der Seite von Olympiasieger Niklas Landin – ein Wechseltheater, zeigte sich unzufrieden mit seinen Einsatzzeiten in Top-Spielen und zog sich, als die geballte Kritik der Branche auf ihn einprasselte, schweigend in den Schmollwinkel zurück. Nun also der nächste Akt: Mitten in der schlimmsten Vereinskrise der letzten 15 Jahre, am Tag nach einer demoralisierenden, wegweisenden Niederlage bei den Rhein-Neckar Löwen, reist Andreas Wolff nach Warschau und verkündet dort seine Zukunftspläne beim polnischen Meister KS Vive Kielce. Ein schlechteres Timing ist kaum vorstellbar.

In einer Saison voller Rückschläge und Ungewissheit, in der Wolff im Status des Ersatztorwarts verblasste, lässt der deutsche Nationaltorwart die nötige Identifikation mit dem THW Kiel vermissen, folgt auch dem Ruf des Geldes ins europäische Ausland. Die Vereinsverantwortlichen sind gut beraten, sich möglichst bald – warum nicht schon in der Winterpause? – von ihrer Nummer 77 zu trennen. Dem polnischen Champions-League-Sieger von 2016 war Andreas Wolff offenbar vermittelbar. Den Fans von der Förde ist er es nicht mehr.

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