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Tamo Schwarz zur Krise beim THW Kiel

Kommentar Tamo Schwarz zur Krise beim THW Kiel

Der Sommer und das, was ich da sah in der Zebraherde, hatte bei mir die tiefe Überzeugung genährt, dass der THW Kiel als mächtiger Titelaspirant aus zwei Jahren des Umbruchs auferstehen würde, die allen Beteiligten und Fans so schwer auf der Seele lagen.

Ich habe mich geirrt. Da haben Trainer Alfred Gislason und Manager Thorsten Storm sukzessive Potenzial für eine große neue Ära in Schwarz und Weiß im Kieler Kader vereint. Dachte ich. Im August.

 Im September erschüttert ein sportliches Erdbeben die Landeshauptstadt, von den ersten sechs Saisonspielen hat der „FC Bayern des Handballs“ – ein in der Szene oft ehrfürchtig gezogener Vergleich – drei verloren. Gegen den Sechsten, Siebten und Elften der Vorsaison, also gegen das Hertha BSC, den SC Freiburg und das Eintracht Frankfurt des Handballs. Das ist peinlich, macht den Rekordmeister zur Lachnummer der Liga. Ich gebe zu: Ich bin ratlos.

 Ratlos, weil nicht der Eindruck entsteht, Gislason könne im Herbst seiner Karriere seine neu formierte Mannschaft nicht mehr erreichen, würde seine Arbeit nicht hinterfragen. Sondern weil das jahrzehntelang von Team zu Team vererbte Kieler Sieger-Gen die jüngste Evolution nicht überstanden hat. Grausam spült die Krise zutage, dass im Kader nicht ein neuer Trainer, sondern Siegertypen fehlen und dass es in den Strukturen weiteren Nachholbedarf gibt. Beim FC Bayern würde ein Psychologe die Verunsicherten wieder aufrichten. Beim THW ist das bislang nicht vorgesehen.

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Tamo Schwarz
Sportredaktion

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Kritik an Gislason/Storm
Foto: Derzeit im schweren Fahrwasser (v.l.): Reinhard Ziegenbein, Aufsichtsrats-Vorsitzender des THW Kiel, Trainer Alfred Gislason und Manager Thorsten Storm.

Handball-Rekordmeister THW Kiel ist durch das 22:30 bei der HSG Wetzlar auf Platz neun der Bundesliga abgerutscht und in den tiefsten Krisenstrudel seit Jahren geraten. Manager Thorsten Storm gibt sich kämpferisch, die Zebra-Fans fordern personelle Konsequenzen.

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