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Tamo Schwarz zur Schlammschlacht in der AfD

Kommentar Tamo Schwarz zur Schlammschlacht in der AfD

Die Revolution frisst ihre Kinder – und ihren Gründer gleich mit. Nun zerlegt sich die AfD also selbst, und es zeigt sich, was Machtgier und Profilierungssucht aus politischem Führungspersonal machen können.

Es führt seit mehr als 80 Jahre in Deutschland nicht mehr zu nachhaltigem Wahlerfolg, plump die Unzufriedenen am rechtsnationalen Rand aufzulesen. Doch Gauland, Petry und Co. scheinen das nicht zu begreifen. Trotz aller Kritik am europäischen Haus ist ein liberal-konservativer Anti-Euro-Kurs als Erfolgsmodell allerdings auch zu kurz gedacht. Parteigründer Bernd Lucke und seine Mitstreiter scheinen das nicht zu begreifen.

Darum reiht sich die Alternative für Deutschland im Mai 2015, in dem Pegida schon fast vergessen ist, in der Reihe „Parteien, die die Welt nicht braucht“ irgendwo hinter den Piraten ein, ramponiert in einem bemitleidenswerten Rosenkrieg ihr Image und schafft sich irgendwie selbst ab. Mit Kompromissen zwischen Lager eins (mögen keine Ausländer) und Lager zwei (mögen den Euro nicht) ist kaum noch zu rechnen. Des Sonnenkönigs „Weckruf“ kommt um fünf nach Zwölf sowieso zu spät.

Vielleicht bleibt am Ende nur die Erinnerung an eine temporäre Lachnummer und die wohlige Gewissheit, dass die rechtspopulistische Nische im deutschen Parteienspektrum erst einmal unbesetzt bleibt. Apropos Populismus: Das Werben um die dafür anfällige, vorurteilsschwere Wählerschaft rechts von der CDU wird auch in der Post-AfD-Ära nicht aufhören. Das wissen auch Horst Seehofer und seine Freunde.

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Tamo Schwarz
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Alternative für Deutschland
Foto: AfD-Parteichef Bernd Lucke droht seiner Partei mit einer Abspaltung, auch wenn er das bestreitet.

Am Abend des 14. September 2014 war die Welt der AfD noch in Ordnung. Alle lagen sich überglücklich in den Armen. Mit zweistelligen Ergebnissen zog die „Alternative für Deutschland“ in die Landtage von Thüringen und Brandenburg ein, nur eine Woche, nachdem sie auch in Sachsen an die Zehn-Prozent-Marke gekommen war.

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