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Tamo Schwarz zur THW-Saison

Kommentar Tamo Schwarz zur THW-Saison

Der THW Kiel ist mit einem blauen Auge davongekommen. Der Pokalsieg hat die aufgestaute Titelsehnsucht befriedigt, Platz drei am Ende eines zähen Endspurts in der Handball-Bundesliga den Etat für die kommende Spielzeit gerettet, weil die Zebras wieder in der Champions League spielen.

Das muss auch so sein.

 Über eines kann der heimgeholte „Pott“ aber nicht hinwegtäuschen: Diese Saison geriet phasenweise zum Desaster, stellte den Betrachter in Sachen Spielweise und Auftreten der Mannschaft auf eine so harte Probe wie schon lange nicht mehr. Paris, Leipzig, Lemgo sind nur drei Symbole für tiefe Narben, die diese Saison hinterlassen hat.

 Der THW ist im Umbruch begriffen. Das verdient Nachsicht. Aber die Verantwortlichen um Geschäftsführer Thorsten Storm müssen jetzt auch ihre Hausaufgaben machen. Eine Ursache für die Krise ist das anhaltende, ausufernde Verletzungspech. Hier herrscht beim deutschen Rekordmeister dringender Nachholbedarf: Trainingssteuerung, Periodisierung, Individualisierung, medizinisches Monitoring, ein Ausbau der medizinischen Abteilung sind nur einige Stichworte. Andere machen das offensichtlich besser, und darum müssen in der Zebraherde alle an einen Tisch: Trainer, Spieler, Ärzte, Physios, Psychologen, das Team um das Team. Thorsten Storm hat das erkannt. Die Handballwelt dreht sich schnell weiter. Zu schnell? Ein „Irgendwie hat es doch immer geklappt“ ist beim THW – wie man jetzt sieht – Geschichte.

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Tamo Schwarz
Sportredaktion

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THW Kiel
Foto: THW-Kapitän Domagoj Duvnjak bedankte sich nach dem letzten Heimspiel der Saison für die Unterstützung der Fans. Mit dem DHB-Pokal konnten die Zebras einen Titel feiern.

DHB-Pokalsieg, Viertelfinale der Champions League, Platz drei in der Bundesliga: Das ist die Saison-Bilanz des Handball-Rekordmeisters THW Kiel. Ein multimedialer Rückblick auf eine Spielzeit, in der die neu formierten „jungen Wilden“, Trainer Alfred Gislason und die THW-Fans viele Höhen und Tiefen erlebten.

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