9 ° / 0 ° Regenschauer

Navigation:
Tamo Schwarz zur verpassten Meisterschaft

Kommentar Tamo Schwarz zur verpassten Meisterschaft

Man könnte es so sehen: Nach vier Titeln in Serie und insgesamt zehn Meisterschalen in den vergangenen elf Jahren ist der deutsche Abonnement-Handballmeister THW Kiel in dieser Saison wieder einmal gestoppt.

Endlich, sagen Konkurrenten und Fans der Sportart (deren Herzen nicht für die Zebras schlagen). Heraufbeschworen wird nun wahlweise: eine Zeitenwende, eine epochale Zäsur im deutschen Handball, der Exitus des FC Bayern der im Boom befindlichen Europameister-Sportart.

All das wird dem THW Kiel anno 2016 nicht einmal annähernd gerecht. Man könnte es auch so sehen: Zwei Kreuzbandrisse, zwei Handbrüche, zwei (schwere) Adduktorenverletzungen, eine Meniskus-OP, ein gerissenes Außenband – habe ich etwas vergessen? Ein Aufbäumen gegen Szeged und in Barcelona hat die Zebras unter Einsatz allerletzter Kraftreserven ins Final Four der Champions League gebracht. Phänomenal! Aber eine Saison auf nachhaltigem Fundament? Weltklasse-Handball im Drei-Tage-Rhythmus? Wie soll das unter diesen Begleitumständen funktionieren? Wo Kräfte in Hannover, Balingen, Magdeburg schwanden, da spielte am Ende auch der Kopf müden Kieler Athleten einen Streich.

Man sollte es so sehen: Dass der THW Kiel als einzige deutsche Mannschaft ins Halbfinale der europäischen Eliteklasse einzog, dass dieser rekonvaleszente und ausgelaugte Haufen bis fünf Spieltage vor dem Saisonende noch realistische Chancen auf den deutschen Meistertitel besaß, ist das eigentliche Fanal für die Konkurrenz.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Tamo Schwarz
Sportredaktion

Gewinnspiele

Kostenlos mitmachen
und mit etwas Glück
jetzt gewinnen!

Veranstaltung in...

Aktuelle
Veranstaltungen
und Tagestipps!

Anzeige
Mehr zum Artikel
Verpasste Meisterschaft
Foto: Die letzte Sekunde in Magdeburg, in der die Niederlage besiegelt wird. Niclas Ekberg (re.) scheitert mit seinem Siebenmeter am linken Fuß von SCM-Torwart Dario Quenstedt.

Gegen 3 Uhr stiegen sie bedröppelt in Kiel wieder aus: die Zebras des Handball-Rekordmeisters THW Kiel, der sich am Mittwoch durch die 28:29-Niederlage beim Pokalsieger SC Magdeburg um die Chance auf ein Comeback im Titelrennen der Handball-Bundesliga gebracht hatte.

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus KN-Kommentare 2/3