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Thomas Pfeiffer zur Gewalt bei Holstein Kiel

Kommentar Thomas Pfeiffer zur Gewalt bei Holstein Kiel

Die Bilder sind noch in frischer Erinnerung, als gefühlt die ganze Stadt am 20. Mai den Aufstieg von Holstein Kiel in die Zweite Bundesliga feierte. Und die Glückseligkeit setzte sich in der neuen Klasse fort, deren Tabelle die Störche nach dem sechsten Spieltag gar sensationell anführten.

Doch nach dem Nordderby am Dienstag kippte die Stimmung, wobei die 0:1-Niederlage gegen den FC St. Pauli mit Abstand das kleinste Problem ist, womit sich die KSV-Verantwortlichen befassen müssen. Vermummte Chaoten hatten den Platz gestürmt, um (erfolglos) eine St.-Pauli-Fahne zu erobern. Die Aktion hätte übel enden können, mit Verletzten und Spielabsage. Dass die Partie regulär ausgetragen werden konnte, hatte viel mit Glück zu tun.

 Ursache der Ausschreitung war wohl der Überfall mutmaßlich von St.-Pauli-Ultras auf Störche-Fans am Sonnabend früh am Kieler Stadion – den Holstein natürlich nicht zu verantworten hat. Gleichwohl muss der Klub jetzt einen dramatischen, bundesweiten Image-Absturz vom sympathischen Aufsteiger zum Schauplatz von Gewalt vergegenwärtigen. Auf Basis des Verursacherprinzips ist das hochgradig ungerecht, besonders gegenüber der Mannschaft, die sich Respekt und Zuneigung redlich verdient hat. Dass es bislang noch kein Patentrezept gegen Fußball-Randale gibt, ist für die KSV und die Untadeligen unter ihren Anhängern nicht wirklich ein Trost.

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Thomas Pfeiffer
Sportredaktion

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Foto: Polizisten führen einen Randalierer ab.

Es sollte ein Fußballfest werden, das erste Zweitliga-Nordderby zwischen Holstein Kiel und dem FC St. Pauli seit 38 Jahren. Es wurde ein Fußball-Ereignis, das in seiner beschämenden Dramaturgie nur wenige vergleichbare Vorgänger in Deutschland hat.

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