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Ulf B. Christen zu Kitesurfern

Kommentar Ulf B. Christen zu Kitesurfern

Umweltminister Robert Habeck hat bei der Begrenzung des Kitesurfens das richtige Ziel vor Augen. Natürlich bedarf es einer Kite-Regelung, weil aus dem Outsider-Hobby der 90er-Jahre eine populäre Trendsportart geworden ist.

Inzwischen lassen sich in Deutschland bereits mehr als 20000 Menschen von Flugdrachen über das Meer ziehen – und das eben auch in Areale, in denen Vögel rasten oder überwintern.

Diesen Konflikt zwischen Natur und Sport gilt es zu lösen. Habeck kennt dieses Geschäft, und er ist Meister darin. Der Grüne hat schon manchen Dauerstreit beigelegt, etwa den zwischen Naturschutz und Muschel- sowie Stellnetzfischerei. Diesem Dialogansatz ist Habeck im Streit um das Kitesurfen treu geblieben. Nach den bisher bekannten Plänen soll der Wassersport in der Nordsee in großen Arealen erlaubt bleiben. In der Ostsee, wo es keinen Nationalpark gibt, ist das Problem ohnehin kleiner. Hier sollen die Kiter von weit weniger als einem Prozent der Wasserfläche ausgesperrt werden.

Der lautstarke Protest der Kite-Szene erklärt sich vor allem daraus, dass sie in Schleswig-Holstein bisher freien Flug hatten. Hinzu kommt ein gesundes Misstrauen, weil Habeck das Kiten über eine Bundesverordnung generell verbieten und dann Ausnahmen zulassen will. Wer Habeck kennt, kann durchatmen. Der Minister will das Kiten nur in geordnete Bahnen lenken, sich aber nicht als (Lenk-)Drachentöter profilieren. Er ist selbst begeisterter Surfer.

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Ulf B. Christen
Landeshaus-Korrespondent

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Nord- und Ostsee
Foto: Vor Fehmarn in der Ostsee liegen einige der beliebtesten Kitespots. Mögliche Einschränkungen betrachten die Sportler als Diskriminierung.

Schleswig-Holstein will die Kitesurfer erstmals in die Schranken weisen. Nach Plänen von Umweltminister Robert Habeck (Grüne) soll der Trendsport in der Nordsee künftig nur noch in ganz bestimmten Kite-Zonen und in der Ostsee nur abseits einiger Naturschutzgebiete möglich sein.

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