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Ulf B. Christen zu Öko-Zügen

Kommentar Ulf B. Christen zu Öko-Zügen

In der Bahnpolitik ist Schleswig-Holstein seit mehr als 20 Jahren in der richtigen Spur. Der „echte Norden“ war Vorreiter bei der Ausschreibung von Bahnnetzen und konnte deshalb viele Millionen Euro in den Ausbau des Angebots investieren. Eine solche Erfolgsgeschichte könnte auch das neueste Projekt werden.

Kiel. Der Einsatz von Öko-Zügen würde den Nahverkehr attraktiver machen und Mensch wie Umwelt schonen. Beide werden durch den Lärm und die Abgase der alten Diesel-Fahrzeuge belastet.

Und besser noch: Der in der Bahn-Szene hoch gehandelte Wasserstoffzug scheint wie gemacht für Schleswig-Holstein. Der überschüssige Windstrom könnte genutzt werden, um Wasserstoff zu produzieren. Das alles klingt zu schön, um wahr zu sein. Deshalb ist Vorsicht an der Bahnsteigkante geboten. Die Öko-Züge müssen erst noch beweisen, dass sie nicht nur auf dem Papier funktionieren, sondern bei Wind und Wetter verlässlich fahren.

Genau deshalb sollten sich die Bahnfans in Schleswig-Holstein nicht grämen, dass Niedersachsen beim Wasserstoffzug die Nase vorn hat. Im Gegenteil: Unsere Nachbarn machen 2017 den Praxistest und sind auch deshalb so mutig, weil der Hersteller Alstom vor der Haustür in Salzgitter produziert. Kommt der Öko-Zug in Fahrt, kann Schleswig-Holstein aufspringen. Rollt er aufs Abstellgleis, muss das Land andere innovative Fahrzeuge prüfen und notfalls eben vorerst weiter Diesel fahren. Sicher ist: Ein Öko-Zug wird kommen. Offen ist nur noch, wann.

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Ulf B. Christen
Landeshaus-Korrespondent

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