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Ulf B. Christen zu Wolfgang Kubicki

Kommentar Ulf B. Christen zu Wolfgang Kubicki

Das Ostblock-Ergebnis von Wolfgang Kubicki bei der Wahl zum FDP-Spitzenkandidaten kommt nicht von ungefähr. Der Anwalt aus Strande ist laut Umfrage der bekannteste und populärste Politiker in Schleswig-Holstein.

Er ist damit fast ein Garant für überdurchschnittliche Ergebnisse der Liberalen bei der Landtagswahl im Mai – und bei der Bundestagswahl im September. Auch dort will und soll der Talkshow-König als Spitzenkandidat antreten. Getreu dem bewährten FDP-Motto: alles Kubicki, alles bestens.

Für dieses einfache Erfolgsrezept gibt es allerdings ein Verfallsdatum. Kubicki feiert im Doppelwahljahr bereits seinen 65. Geburtstag und wollte seine Kariere eigentlich in Berlin ausklingen lassen. Ein ebenbürtiger Thronerbe ist nicht in Sicht, nur einige Kronprinzchen. Für dieses Manko ist Kubicki mitverantwortlich. Der Alleinunterhalter hat, ob aus Eitelkeit, Lust- oder Zeitmangel, keine echte Nachwuchsförderung betrieben. Ohne Trumpf aber sind die Nord-Liberalen eine Partei wie jede andere.

Das gilt schon heute für die Programmatik. Die von Kubicki präsentierten Wahlversprechen kosten einige hundert Millionen Euro, sind nicht durchfinanziert und damit vorerst unseriös. Die FDP sollte die Chance nutzen, bis zum Parteitag im Februar ordentlich nachzurechnen. Kubicki mag bei der Wahl zwar für einige Zusatz-Prozentpunkte gut sein. Ein solides Programm würde aber nicht schaden und das unabhängig davon, ob die FDP ab Mai Schleswig-Holstein mitregiert oder weiter die Oppositionsbank drückt.

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Ulf B. Christen
Landeshaus-Korrespondent

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FDP
Foto: Von 200 Delegierten stimmten 198 für Kubicki (Mitte).

Der Star der Nord-FDP, Wolfgang Kubicki, hat sich selbst übertroffen. Der Fraktionschef erhält bei der Wahl zum Spitzenkandidaten auf einem Listen-Parteitag am Wochenende in Neumünster 99 Prozent und damit sein bislang bestes Ergebnis seit 1992.

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