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Ulf B. Christen zu den Gymnasien

Kommentar Ulf B. Christen zu den Gymnasien

Schulministerin Britta Ernst hat sich in die Höhle des Löwen gewagt und auf der Veranstaltung des Philologenverbandes am Ende freundlichen Beifall erhalten. Mehr kann eine rote Schulministerium bei der schwarz-gelben Gewerkschaft der Gymnasiallehrer kaum erreichen.

Der Auftritt in Rendsburg beweist einmal mehr, dass die rot-grün-blauen Vorschusslorbeeren für Ernst bei der Amtsübernahme vor zwei Jahren berechtigt waren. Die kühle Hanseatin lässt anders als ihre feurige Vorgängerin Waltraud Wende nichts anbrennen.

Für die Regierungskoalition ist Ernst damit Gold wert. Mit Schulpolitik kann man eine Landtagswahl zwar nicht gewinnen, aber sehr leicht verlieren. Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass die Profi-Politikerin aus dem Vollen schöpfen kann. Die Regierung heuert trotz sinkender Schülerzahlen mehr Lehrer an und sorgt so langsam für eine bessere Unterrichtsversorgung. Wie gut die Lage gerade an den Gymnasien inzwischen ist, zeigt ausgerechnet die Kritik einiger Schulleiter. Sie haben freie Stellen, aber nicht genügend qualifizierte Nachwuchslehrer.

Ihr größtes Defizit hat Ernst in Rendsburg unfreiwillig offenbart. Sie ist in der Nord-SPD nicht verankert und ließ daher bei Fragen nach der Schule der Zukunft den Bildungspolitikern der Regierungsfraktionen den Vortritt. Das ist bedauerlich. Auf Dauer reicht es nicht, das bildungspolitische Schiff havariefrei auf hoher See zu halten. Es wäre an der Zeit, dass die Kapitänin offenlegt, wo die Schule-Reise einmal hingehen soll.

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Ulf B. Christen
Landeshaus-Korrespondent

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100 Gymnasien
Foto: Für Schulranzen, Bücher und Klassenfahrten geben Eltern je Schüler im Jahresschnitt fast 1000 Euro aus – und das immer häufiger bis zum Abitur. Inzwischen besucht in Schleswig-Holstein mehr als die Hälfte eines Jahrgangs die Oberstufe eines Gymnasiums, eines beruflichen Gymnasiums oder einer Gemeinschaftsschule.

In Schleswig-Holstein machen sich immer mehr Schüler auf den Weg zum Abitur. Wie Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) auf einer Veranstaltung des Philologenverbandes in Rendsburg berichtete, besuchen derzeit rund 45650 Schüler eine Oberstufe. Das sind gut 8500 Schüler (23,3 Prozent) mehr als vor sechs Jahren.

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