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Ulf B. Christen zu den Windkraftplänen

Kommentar Ulf B. Christen zu den Windkraftplänen

Das Positive vorweg: Ministerpräsident Torsten Albig ist es trotz des Worst-Case-Urteils des OVG Schleswig bisher gelungen, einen Wildwuchs von Windkraftanlagen in Schleswig-Holstein zu verhindern. Wie hoch der Preis dieses Erfolgs ist, hat allerdings der Wind-Gipfel gestern Abend in Kiel gezeigt.

Die neuen und groben Pläne für einen Ausbau der Windenergie wurden hinter verschlossenen Türen mit heißer Nadel genäht. Viele Investoren, Gemeinden und besorgte Bürger wissen deshalb nach wie vor nicht, was aus dem gewünschten oder aber bekämpften Windprojekt wird.

Angesichts dieser Unsicherheit wäre der Ministerpräsident gut beraten, bei der Landesplanung noch stärker auf das Gaspedal zu treten. Schleswig-Holstein braucht möglichst schnell klare Kante beim Wind, also neue Regionalpläne, um die Energiewende vernünftig voranzubringen.

Beim Umfang des Windausbaus sollte Albig dabei einen Gang zurückschalten. Sein Ziel, auf zwei Prozent der Landesfläche Rotoren zuzulassen, wird die Proteste gegen die Windkraft beflügeln. Und das aus gutem Grund: Rotoren mit einer Höhe von 200 Metern sind keine sanften Öko-Riesen, sondern lärmende Industrieanlagen. Sie haben in dicht besiedelten Landstrichen nichts zu suchen, könnten sich aber erfolgreich in großen Offshore-Parks in der Nordsee drehen. Dort liegt ohnehin die Zukunft der Windkraft.

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Ulf B. Christen
Landeshaus-Korrespondent

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Energiewende
Foto: Windkraftgegner demonstrierten vor dem Gästehaus für einen Stopp des Baus von Windkraftanlagen.

Die Landesregierung hat erstmals eine Blaupause für den umstrittenen Ausbau der Windenergie vorgelegt. Nach dem von Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) am Mittwochabend vorlegten Kartenmaterial könnten sich auf rund 1100 Arealen in Schleswig-Holstein Windrotoren drehen.

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